Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
Seite
349
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V. Friedrich Nietzsche.

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bezeichnet:Du hast die Macht und du willst nicht herrschen."Wer aber meiner Art ist, der entgeht einer solchen Stundenicht, der Stunde, die zu ihm redet: Jetzo erst gehst du denWeg deiner Größe. . . Du gehst den Weg deiner Größe:nun ist deine letzte Zuflucht worden, was bisher deine letzteGefahr hieß. Du gehst den Weg deiner Größe: das muß nundein bester Muth sein, daß es hinter dir keinen Weg mehrgibt. Du gehst den Weg deiner Größe; hier soll dir Keinernachschleichen." U. s. w.

Nietzsches Mystik und Größenwahn offenbart sich nichtblos in seinem einigermaßen zusammenhängenden Denken, sondernauch in seiner allgemeinen Ausdrucksweise. Die mystischen Zahlendrei und sieben treten häufig auf. Wie sich selbst, so sieht erauch die Außenwelt groß, fern, tief und die Worte, welchediese Begriffe ausdrncken, wiederholen sich auf jeder Seite, fastin jeder Zeile:Die Zucht des Leidens, des großen Leidens. . ."Der Süden ist eine große Schule der Genesung."Dieseletzten großen Suchenden. . ."Mit den Zeichen des großenSchicksals."Wo er das große Mitleiden neben der großenVerachtung gelernt hat, ihrerseits die große Verehrung lernen."Schuld ist alles große Dasein."Daß ich den großen Mittagmit euch feiere."Also redet alle große Liebe."Nicht auseuch soll mir die große Müdigkeit kommen."Menschen,welche nichts weiter sind als ein großes Auge, oder ein großesMaul oder ein großer Bauch oder irgend etwas Großes. . ."Mit der großen Liebe lieben, mit der großen Verachtunglieben."Aber du Tiefer, du leidest zu tief."Unerschütter-lich ist meine Tiefe, aber sie glänzt von schwimmenden Räthseluund Gelächtern." (Mau beachte, wie sich in diesem Satze alleZwangsvorstellungen des Tobsüchtigen zusammendrängen: dieTiefe, der Glanz, der Zweifelwahnsinn, der Lachreiz.)AllesTiefe soll hinauf zu meiner Höhe."Sie denken nicht genugin die Tiefe" u. s. w. Mit der Vorstellung der Tiefe hängt