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Die Jch-Sucht.
christen, Jmmoralisten, Nihilisten, Skeptiker, Ephektiker, Hektikerdes Geistes." U. s. w.
Schon an diesen Beispielen muß der aufmerksame Leserbemerkt haben, daß das tumultuöse Herbeistürzen der Wortehäufig nach der bloßen Klangähnlichkcit erfolgt. Nicht seltenartet das Wortgetümmel in Wortspielerei aus, in den albernstenKalauer, in die mechanische Gesellung der Worte nach ihremKlang, ohne Rücksicht auf ihre Bedeutung. „Wenn dieseWende aller Noth auch Nothwendigkeit heißt." „Also brüstetihr euch — ach, auch noch ohne Brüste." „Es gibt vielgläubige Speichel-Leckerei, Schmeichel-Bäckerei vor dem Gotteder Heerschaaren." „Speie auf die große Stadt, welche dergroße Abraum ist, wo aller Abschaum zusammenschänmt."„Hier und dort ist nichts zu bessern, nichts zu bösern." „Waswollen da weitsichtige, weit-süchtige Augen!" „Immer liefenbei solchen Zügen — Ziegen und Gänse und Kreuz- und Quer-köpfe voran!" „Oh Wille, Wende aller Noth, du meine Noth-wendigkeit!" „So blicke ich über das Gewimmel grauer kleinerWellen und Willen . . . hinweg." „Dies Suchen nach meinemHeim war meine Heimsuchung." „Ward die Welt nicht ebenvollkommen? rund und reif? Oh des goldenen runden Reifs!"„Klafft auch hier der Abgrund? Kläfft auch hier der Höllen-hund?" „Es verdummt, verthiert und verstiert." „Leben ist. . .mindestens, mildestens Ausbeutung." „Die ich mir selbst ver-wandt-verwandelt wähnte" u. s. w.
Manchmal mißversteht Nietzsche in seinem wild hastigenDenken die aufblitzenden Wortbilder, die in feinem Sprach-zentrum ausgearbeitet werden, sein Bewußtsein verhört sichgleichsam, greift bei ihrer Deutung daneben und erfindet wunder-liche Neuworte, die an bekannte Ausdrücke anklingen, doch inkeinerlei Sinn-Gemeinschaft mit ihnen stehen. Er spricht z. B.von „Hintermeltlern" (nach „Hinterwäldlern" gebildet), einem„Kesselbauche" (er denkt an „Kesselpauke"), „Freudenschaften"