V. Friedrich Nietzsche.
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Beispielen nothgedrungen beschränken muß, daß aber buchstäblichauf jeder Seite der Schriften Nietzsches Belegstellen derselbenArt zu finden sind.)
Seine Gemeingefühle oder Leibesempfindungen geben ihmdauernd die Vorstellungen des Lachens, Tanzens, Fliegens,Leichtseins, überhaupt lustigster, mühelosester Bewegung, desRollens, Strömens, Stürzens ein. „Hüten wir uns, bei demWorte ,Tortur' gleich düstere Gesichter zu machen . . ., esbleibt selbst etwas zu lachen." „Wir sind vorbereitet. . . zumKarneval großen Stils, zum geistigsten Fasching-Gelächter undUebermuth, zur transszendentalen Höhe des höchsten Blödsinnsund der aristophanischen Weltverspottnng. . . Vielleicht daß,wenn auch Nichts von heute sonst Zunkunst hat, doch geradeunser Lachen noch Zukunft hat." „Ich würde mir sogar eineRangordnung der Philosophen erlauben, je nach dem Rangihres Lachens — bis hinauf zu denen, die des goldenen Ge-lächters fähig sind (!)... Götter sind spottlustig: es scheintsie können selbst bei heiligen Handlungen das Lachen nichtlassen:" „Ach was seid ihr doch, ihr meine geschriebenen undgemalten Gedanken! Es ist nicht lange her, da wart ihr nochso bunt, jung und boshaft, ... daß ihr mich niesen und lachenmachtet." „Nun lacht die Welt, der grause Vorhang riß."„Nicht durch Zorn, sondern durch Lachen tödtet man. Auf,laßt uns den Geist der Schwere tödten." „Wahrlich, esgibt Keusche von Grund aus: sie sind milder von Herzen, sielachen lieber und reichlicher als ihr. Sie lachen auch über dieKeuschheit und fragen: ,was ist Keuschheit?'" „Wäre er dochin der Wüste geblieben" („er" ist Zesus Christus); „vielleichthätte er leben gelernt und die Erde lieben gelernt — und dasLachen dazu." „Zu groß war die Spannung meiner Wolke:zwischen Gelächtern der Blitze will ich Hagelschauer in dieTiefe werfen." „Leise erbebte und lachte mir heut mein Schild;das ist der Schönheit heiliges Lachen und Beben."
Nordau, Entartung. II. 22