V. Friedrich Nietzsche.
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Kurt Eisner wohl vom „Faust" verstanden haben mag? Dasvollkommen sinnlose Wortgeprndel des „Zarathustra" mit„Faust" in einem Athem zu nennen ist eine solche Besudelungunseres kostbarsten dichterischen Schatzes, daß man eigentlich,wenn ein nur etwas bedeutenderer Mensch als Kurt Eisnersie verbrochen hätte, eine Bußfeier veranstalten müßte, um dieGoethe angethane Schmach zu sühnen, wie die Kirche einGotteshaus neu weiht, wenn es durch eine schimpfliche Handlungentheiligt wurde.
Nicht nur in Deutschland treibt die Nietzsche-Bande ihrenUnfug, sie sucht auch das Ausland heim. Der schon gekenn-zeichnete Ola Hansson') erzählt seinen schwedischen Landsleutenschwärmerisch von „Nietzsches Dichtung" und von „NietzschesMitternacht-Hymne", T. deWysewast versichert den Franzosen,die nicht in der Lage sind, die Nichtigkeit seiner Behauptungenselbst zu prüfen, daß „Nietzsche der größte Denker und glän-zendste Schriftsteller ist, den Deutschland in den letzten Jahr-zehnten hervorgebracht hat" u. s. w.
Einer Dame jedoch ist es Vorbehalten geblieben, in derdreisten Leugnung der offenkundigsten Wahrheit alle männlichenNietzsche-Jünger spielend zu schlagen. Die Nietzscheanerin LouSalome wendet mit einer kühlen Unerschütterlichkeit, welchedem abgehärtetsten Zuschauer den Athem rauben kann, derThatsache den Rücken, daß Nietzsche seit Jahren als unheilbarerIrrsinniger in eine Irrenanstalt gesperrt ist, und verkündet miteiserner Stirne, Nietzsche habe aus aristokratischer Weltverachtungdes Uebermenschen freiwillig zu schreiben aufgehört und sich indie Einsamkeit zurückgezogen. Nietzsche ist ein Naturforscher
st Ola Hansson, Natsrialisinsn I slrövlittoratarsn. kopulär-vstsnsüapliga (wissenschaftliche!) ^ldanälivgar. Stockholm, ohneJahreszahl. S. 28, ö<). In dieser Broschüre bezeichnet Hansson auchden Verfasser von „Rembrandt als Erzieher" als „genial"!!st Rsvas xolitigas st littörsirs, Jahrg. 1891.