V. Friedrich Nietzsche.
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zu umgehende Pflicht, immer wieder auf sie hinzuweisen, daNietzsche der Urheber einer geistigen Seuche geworden ist, derenVerbreitung zu hemmen man nur hoffen kann, wenn man denWahnsinn Nietzsches selbst ins hellste Licht stellt und seineJünger gleichfalls mit dem Brande zeichnet, der ihnen gebührt:nämlich als Hysteriker und Schwachköpfe.
Kaatz *) behauptet, daß Nietzsches „Geistessaat" überall „zuTage zu treten beginnt. Bald ward eine der scharfgeschliffenenPointen Nietzsches zum Motto einer modernen Tragödie ge-wählt, bald eine seiner prägnanten Wendungen dem ständigenSprachgebrauche einverleibt. . . Heute kann man . . . kaumeinen Aufsatz lesen, welcher das philosophische Gebiet auch nurstreift, ohne dem Namen Nietzsches zu begegnen." Das istnun allerdings verleumderische Uebertreibung. Ganz so schlimmist es nicht. Die einzigen „Philosophen", die bisher das irr-sinnige Gefasel Nietzsches ernst genommen haben, sind die,welche ich oben die Gigerl der Philosophie genannt habe. Aberdie Zahl dieser Gigerl wächst in der That unheimlich -und ihreFrechheit übersteigt Alles, was man je erlebt hat.
Daß unter Nietzsches Aposteln Georg Brandes nicht fehlendarf, ist selbstverständlich. Wir wissen ja, daß sich dieser ein-schlägige Kops an jede Erscheinung, in der er eine möglichePrimadonna wittert, heranschlängelt, um als Ruhmes-Jmpresariosein Profitchen an ihr zu machen. Er hielt in KopenhagenVorträge über Nietzsche „und redete begeisterte Worte überdiesen deutschen Propheten, für den die Millsche Moral nichtsist als das Krankheits-Symptom einer degenerirten Zeit; diesen
Psychosen gibt. Nun hat Türck mit keinem Worte von einer Willens-psychose Nietzsches gesprochen, wohl aber spricht Nietzsche, Fröhl. MissS. 270, von „einer Ungeheuern Erkrankung des Willens" und einer„Willens-Erkrankung". Zerbsts Einwand richtet sich also nicht gegenTürck, sondern gegen seinen eigenen Meister Nietzsche.
9 Or. Hugo Kaatz, a. a. O. l. Th. S. VI.