Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
Seite
327
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V. Friedrich Nietzsche.

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wechselung ästhetischer Gefühle mit geschlechtlichen nicht, denndiese beiden Gefühls-Gebiete grenzen nicht nur aneinander, siedecken sich sogar zum größten Theile, wie ich an anderer Stellenachgewiesen habe?) Auch am Grunde aller Seltsamkeiten derTracht, namentlich der weiblichen, verbirgt sich eine unbewußteSpekulation aus irgend eine Sexual-Psychopathie, welche in derjeweiligen Kleidermode Anregung und Reiz findet. Noch nie hatein Berufener die Moden darauf angesehen. Ich selbst kann mirhier eine so weite Abschweifung von meinem Hauptgegenstandenicht gestatten. Der Stoff sei aber Fachleuten nachdrücklichstempfohlen. Sie werden auf dem Gebiete der Moden merk-würdige psychiatrische Entdeckungen machen!

Ich habe dem Nachweise der Unsinnigkeit des sogenanntenphilosophischen Systems Nietzsches sehr viel mehr Raum ge-widmet, als dieser Mann und sein System verdienen. Es hättegenügt, einfach auf die hinreichend ausdrucksvolle Thatsache hin-zuweisen, daß Nietzsche, nachdem er bereits früher wiederholtin Irrenhäusern gewesen war, nunmehr seit Jahren als unheil-bar Wahnsinniger in der Anstalt des Prof. Binswanger inJena lebt,der rechte Mann am rechten Platze." Ein Kritikermeint zwar:Geistige Umnachtung kann möglicherweise dashellste Geisteslicht auslöschen; darum kann ihr Eintreten nichtmit Sicherheit gegen Werth und Richtigkeit dessen geltendgemacht werden, was Jemand vor dem Eintritt jenes Unglücksgelehrt hat." Darauf ist aber zu erwidern, daß Nietzsche seine

Musik eines Chopin, Schumann, Schubert" (!)Wagner u. s. rv. amzusprechendsten. Alles was in der Kunst nicht nur originell, sondernbizarr ist, zieht mich an." S. 128. (Ein anderer Kranker:)Leiden-schaftlich liebe ich Musik und bin ein begeisterter Anhänger RichardWagners, welche Vorliebe ich bei den meisten von uns" (mit conträrerSexual-Empfindung Behafteten!)bemerkt habe; ich finde, daß geradediese Musik unserm Wesen so sehr entspricht." U. s. w.

') S. das KapitelEvolutionistische Aesthetik" derParadoxe".