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Die Jch-Sucht.
auf eine schiefe Ebene gerathen, er rollt immer schneller nun-mehr aus dem Mittelpunkte weg — wohin? ins Nichts? insdurchbohrende Gefühl feines Nichts?" Er ist dafür Kopernikussehr böse. Nicht nur ihm, der Wissenschaft überhaupt: „AlleWissenschaft ist heute daraus aus, dem Menschen seine bis-herige Achtung vor sich auszureden, wie als ob dieselbe Nichtsals ein bizarrer Eigendünkel gewesen sei." (Zur Gen. d. M.S. 173.) Ist dies nicht der Widerhall der Worte Wildes, dersich darüber beklagt, daß die Natur gegen ihn „so gleichgiltig,so verständnißlos ist" .und daß er ihr „nicht mehr bedeutet alsdas grasende Vieh"?
Auch sonst finden wir den Gedankengang, ja beinahe dieWorte Oscar Wildes, Huysmans und anderer Diaboliker undDecadenten bei Nietzsche wieder. Die Stelle in „Zur Gen. derMoral" S. 171, wo er die Kunst darum rühmt, weil „in ihrdie Lüge sich heiligt und der Wille zur Täuschung das guteGewissen zur Seite hat", könnte im Kapitel über „Lügen alsschöne Kunst" von Wildes „Intention^ stehen, wie umgekehrtWildes Aphorismen: „Es gibt keine Sünde, ausgenommenDummheit," „ein Gedanke, der nicht gefährlich ist, ist über-haupt nicht werth, ein Gedanke zu sein," und sein Lob desGiftmörders Waineright mit Nietzsches „Assassinen - Moral"und seinen Bemerkungen, daß man das Verbrechen verleumdeund „meist nicht Artist genug sei, um das schöne Schrecklicheeines Verbrechens zu Gunsten des Thäters zu wenden", genauübereinstimmen. Man vergleiche auch des Scherzes halber dieseStellen: „Man muß den schlechten Geschmack von sich abthun,mit Vielen übereinstimmen zu wollen. Gut ist nicht mehrgut, wenn der Nachbar es in den Mund nimmt," Nietzsche,Jenseits von Gut und Böse S. 54, und „Ah! Sagen Sie nicht,daß Sie mit mir übereinstimmen. Wenn Leute mit mir über-einstimmen, so fühle ich immer, daß ich Unrecht haben muß,"Oscar Wilde, Intsnticms, S. 166. Dies ist wohl mehr als