IV. Der Jbsemsmus.
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wie die Faust aufs Auge, denn „Rosmersholm" hat keinerleiBeziehungen zur Zeit.und man braucht kein wesentliches Wortan dem Stücke zu ändern, um es nach Belieben ins Mittel-alter oder in die römische Kaiserzeit, nach China oder insReich der Jncas zu verlegen, in irgend eine Zeit oder einLand, wo es hysterische Frauen und idiotische Männer gibt.
Man kennt die Art, wie Krakehler, die Händel suchen,Streit vom Zaun zu brechen pflegen. „Herr, was haben Siemich so anzusehen?" „Entschuldigen Sie, ich habe Sie garnicht angesehen." „So? Sie sagen also, daß ich lüge?" „Ichhabe nichts derartiges gesagt." „Sie strafen mich zum zweiten-male Lüge, Sie werden mir Rechenschaft geben." Das istIbsens Methode. Was er will, das ist, über die Gesellschaft,den Staat, die Religion, die Gesetze und die Sitte anarchistischePhrasen machen. Statt sie aber, wie Nietzsche, ohne Zu-sammenhang in Broschüren zu veröffentlichen, sticht er sie aufsGerathewohl in seine Stücke, wo sie so unvermittelt erscheinenwie die Gesangs-Couplets in den naiven Possen unserer Väter.Man säubere sie von diesen aufgeklebten Phrasen,und selbst einBrandes wird sie nicht mehr als „moderne" Stücke ausposaunenkönnen, sondern es werden nur Gewebe von Absurditäten übrigbleiben, die keiner Zeit und keinem Ort angehören und in denenhie und da einzelne dichterisch schöne Auftritte und Neben-figuren auftauchen, die an der Verrücktheit des Ganzen nichtsändern. Ibsen findet nämlich immer zuerst eine These, dasheißt eine anarchistische Phrase. Dann sucht er Menschen undVorgänge zu erklügeln, die jene These sinnfällig machen undbeweisen sollen, dazu reicht aber sein dichterisches Können undnamentlich seine Kenntniß des Lebens und der Menschen nichtaus. Denn er geht durch die Welt, ohne sie zu sehen, undsein Blick ist immer in sein eigenes Innere gesenkt. ImGegensätze zum Dichterworte ist „alles Menschliche ihm fremd",und nur sein eigenes Ich beschäftigt ihn und fesselt seine Auf-Nord au, Entartung. II. 15