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Die Jch-Sucht.
merksamkeit. Er gibt dies selbst in einem bekannten Gedichtoffen zu, indem er sagt: „Leben ist ein Kampf mit dem Ge-spenst in den Gewölben des Herzens und Hirnes; Dichten heißtGerichtstag über sich selbst halten."Das „Gespenst imHerzen und Hirne", das sind die Zwangs-Vorstellungen und-Antriebe, in deren Bekämpfung allerdings das Leben des hohemEntarteten aufgeht. Und daß ein Dichten, welches immer nurein „Gerichtstag des Dichters über sich selbst" ist, nicht dasfrei und weit flutende allgemeine Menschendasein widerspiegelnkann, sondern blos die krausen Wandarabesken der engen undfinstern Zelle eines verschrobenen Einzeldaseins, das liegt aufder Hand. Das Bild der Welt sieht er wie mit einem Kerb-thier-Auge; einen winzigen Einzelzug, der sich vor einer derSchliffflächen eines solchen BuHenscheiben-Auges zeigt und dener zufällig wahrnimmt, erfaßt er gut und gibt ihn deutlichwieder. Aber seinen Zusammenhang mit der ganzen Erscheinungbegreift er nicht.und ein größeres Gesammtbild zu umspannenist sein Sehwerkzeug ungeeignet. So erklärt es sich, daß ganzkleine Einzelheiten und nebensächlichste Gestalten der Wirklich-keit manchmal treu abgelauscht sind, daß aber die Haupt-Vor-gänge und Mittelpunkt-Menschen seines Theaters immer durchihre Absurdität und Weltfremdheit verblüffen. Den höchstenTriumph feiert Ibsens Absurdität wahrscheinlich in „Brand".Die nordische Kritik hat bis zum Ueberdruß darauf hingewiesen,daß dieses tolle Stück die Uebersetzung des tollen „Entweder-Oder" von Kierkegaard ins Dramatische ist. Ibsen zeigt einenNarren, der „Alles ganz sein will", und seiner Gemeinde das-selbe predigt. Was er mit diesen so energisch klingendenWorten eigentlich meint, das wird in dem Stücke nirgends auch
st „At teve — er Kamp med TrotdcI Hjertet og Hjernens Hvaelv;
At digte — det er at holdeDommedag ovcr sig selv."