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2 (1893)
Entstehung
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Die Jch-Sucht.

schlechter geworden sind, wirklich nichts mehr zu sagen, da Ibsenselbst uns dieser Mühe enthoben hat, indem er seinen Hjalmarschuf.

Wir sind mit Ibsens Faseleien über die Ehe noch nichtfertig. Er scheint zu verlangen, daß kein Mädchen heirate,ehe es ein voll ausgereiftes Menschenwesen ist, Lebenserfahrungbesitzt und Kenntniß der Welt und der Menschen erlangt hat.(Nora, S. 84: „Wie bin ich darauf vorbereitet, die Kinder zuerziehen? ... Der Aufgabe bin ich nicht gewachsen. Ich mußmich selbst zu erziehen suchen. .. Ich kann mich nicht mehrdamit begnügen, was die meisten Menschen sagen und was inden Büchern steht... Helmer. .. Du verstehst die Gesellschaftnicht, in der du lebst. Nora. Das thu' ich auch nicht. Abernun will ich sie kennen lernen.") Die nöthige Reise erwirbtein Mädchen am besten, indem es abenteuert, möglichst vielLeute nahe kennen lernt, womöglich es mit einigen Männernversucht, ehe es sich endgiltig bindet. Richtig für die Ehe vor-bereitet ist ein Mädchen, wenn es ein ehrbares Alter erreicht,einigen Haushaltungen vorgestanden, wohl auch etliche Kindchengeboren und derart sich und Anderen bewiesen hat, daß esHausfrau und Mutter zu sein versteht. Ibsen sagt dies nichtausdrücklich, aber es ist der einzige vernünftige Schluß, zu demman nach seinem ganzen Theater gelangen kann. Der großeReformator ahnt nicht, daß er Etwas predigt, was die Mensch-heit längst versucht und als unpassend oder nicht mehr passendverworfen hat. Die Probeehe auf kürzere oder längere Zeit,die Bevorzugung von Bräuten mit reicher Liebeserfahrung undetlichen Kindern, das ist Alles schon dagewesen. Ibsen kanndarüber bei seinem halben Landsmann, dem Helsingforser Pro-fessor Westermarck ft, alles Nöthige erfahren. Aber er wäre kein

6 Edward Westermarck, 14rs Ilistor^ ob Human NarriaFo.London, 18V2, Macmillan. Siehe besonders die beiden Abschnitte über„die Formen der menschlichen Ehe" und „die Dauer der Ehe."