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Die Jch-L>ucht.
gehen." Der Spötter Nelling leuchtet dem Idioten, der in derErfüllung seiner „Lebensaufgabe" Hjalmar mit feiner Frauverunfriedet, sein behagliches Heim stört und Hedwig in denTod treibt, gebührend heim. „Sie leiden am Rechschaffenheits-Fieber", sagt er ihm (S- 93); „ich sorge dafür, die Lebens-lüge in Hjalmar aufrecht zu erhalten. Gregor. Lebenslüge?Ich hörte wohl nicht recht? Relling. Ja, ich sagte die Lebens-lüge; denn die Lebenslüge ist das stimulirende Prinzip, sehenSie. .. Nehmen Sie einem Durchschnittsmenschen die Lebens-lüge, so nehmen Sie ihm gleichzeitig das Glück." Was istnun Ibsens wirkliche Meinung? Soll man nach Wahrheitstreben oder in Lüge schmoren? Ist er mit Stockmann odermit Relling? Die Antwort auf diese Fragen bleibt Ibsenschnldig^oder vielmehr er bejaht und verneint sie mit gleichemEifer und gleicher dichterischer Kraft.
Ein anderer „sittlicher Gedanke" Ibsens, über den vonseinen Chorknaben mit am meisten geschwatzt wurde, ist dervon der „wahren Ehe." Es ist allerdings nicht leicht, heraus-zubekommen, was sein mystisches Gehirn sich unter diesen ge-heimnißvollen Worten denkt, aber man kann doch versuchen,es aus hundert dunkeln Andeutungen seines Theaters zu er-rathen. Er scheint es nicht zu billigen, daß die Frau die Eheals eine bloße Versorgung betrachte. Fast in allen Stückenkommt er mit der ihm eigenen Eintönigkeit daraus zurück.In „Stützen der Gesellschaft" schreibt sich das ganze Lebens-unglück der Frau Alving daher, daß sie den Kammerherrn umseines Geldes willen geheiratet, daß sie sich verkauft hat. „DieSummen, die ich diesem Asyl geschenkt, machen jenen Betragaus, welcher seiner Zeit Alving zu einer guten Partie machte.Das war die Kaufsumme. Ich will nicht, daß jenes Geld inOswalds Hände übergehe" (S. 35). In der „Frau vom Meer"singt Ellida dasselbe Lied (S. 75): „Es konnte nur zum Un-glück führen; nach der Art und Weise, wie wir beide zusammen-