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2 (1893)
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205
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IV. Der Jbsenismus.

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werden? Nora. Darauf kann ich keine Rücksicht nehmen. Ichweiß nur, daß es für mich nothwendig ist. Helmer. O, esist empörend! So kannst du dich über deine heiligsten Wichtenhinwegsetzen? Nora. Was hältst dn für meine heiligstenWichten? Helmer. . . Sind es nicht die Wichten gegendeinen Mann und deine Kinder? Nora. Ich habe andereeben so heilige Pflichten. Helmer. . . Welche denn? Nora.Die Wichten gegen mich selbst. Helmer. Vor Allem bistdu Gattin und Mutter. Nora. Das glaub' ich nicht inehr.Ich glaube, vor Allem bin ich ein menschlich Wesen — ebenso wie du — oder will es wenigstens zu werden suchen." In„Gespenster" sagt Oswald mit triumphirender Rohheit zu seinerMutter (S. 73): „Ich kann mich nicht so viel mit Anderenbeschäftigen; ich habe genug mit mir selbst zu thun." Wie indemselben Stücke Regine ihr Ich und dessen Rechte betont,das haben wir schon oben gesehen. Im „Volksfeind" ver-kündet Stockmann das Recht des Jchs gegenüber der Mehrheit,gegenüber der Gattung mit diesen Worten (S. 78): „Sie isteine häßliche Lüge. . ., die Lehre, daß die Menge, der Haufe,die Masse der Kern des Volkes sei — ja, daß sie das Volkselbst sei — daß der gemeine Mann, dieser unser unwissender,geistig unreifer Mitbruder dasselbe Recht besitze, ein Urtheilabzugeben, zu herrschen und zu regieren, wie die wenigen geistigVornehmen und Freien." Und S. 103: „Ich will den nochunentwickelten Köpfen begreiflich machen, daß die Liberalen dieärgsten Feinde jedes freien Manns sind, ... daß das ewigeRücksichtnehmen Moral und Gerechtigkeit auf den Kopf stellt,so daß einem schließlich das Leben zur Hölle wird. . . Jetztbin ich der stärkste Mann der Welt. . . Seht ihr, die Sacheist die: der stärkste Mann der Welt ist derjenige, welcher alleinsteht." Aber ganz derselbe Stockmann, der nichts von der„Menge, dem Haufen, der Masse", wie er mit unleidlichemWortschwall sagt, wissen will, der sein Ich nur in majestätischer