IV. Der Jbseinsmus.
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seinem „Gesetze zu gehorchen", und dieses „leider" der FrauAlving entfährt ihm wie ein Geständniß. In der „Wildente"verspottet er sein eigenes Dogma aufs Ausgiebigste. Da istein Kandidat Molvig, der auch seinem „Gesetze gehorcht".Dieses Gesetz schreibt ihm vor, nichts zu lernen, seinen Prü-fungen auszuweichen und Nächte hindurch in den Wirthshäusernzu liegen. Der Spötter Relling nun behauptet (S. 61): „Eskommt über ihn wie eine Eingebung; dann muß ich mit ihmhinaus zum Bummeln; denn sehen Sie, der Kandidat Molvigist dämonisch. . . Und dämonische Naturen sind nicht dazu ge-schaffen, aus geraden Beinen durch die Welt zu gehen; siemüssen mitunter hinaus auf Abwege." Und damit kein Zweifeldarüber bestehe, wie Relling dies meint, erklärt er selbst später(S. 94): „Was zum Teufel soll das heißen, dämonisch?Natürlich nur dummes Zeug, das ich erfunden habe, um ihnam Leben zu erhalten. Hätte ich es nicht gethan, so wäre derarme, gutherzige Mensch schon vor vielen Jahren in Selbst-verachtung und Verzweiflung untergegangen."
Das ist die Wahrheit: Molvig ist ein erbärmlicherSchwächling, der seine Faulheit und Trunksucht nicht über-winden kann; er würde, sich selbst überlassen, sich als denWicht erkennen, der er ist, und sich so tief verachten, wie eres verdient; da kommt aber Relling und nennt seine Charakter-losigkeit „dämonisch", und nun hat das Kind einen schönenNamen, mit dem Molvig vor sich und den Anderen Staatmachen kann. Ibsen thut ganz dasselbe wie sein Relling.Die Willensschwäche, die den gemeinen und erbärmlichenTrieben nicht zu widerstehen vermag, preist er als „den Willen,sich auszulebcn", als „Freiheit eines Geistes, der nur seinemeigenen Gesetze gehorcht", und empfiehlt sie als einzige Lebens-regel. Aber anders als Relling, weiß er meist nicht, daß ernur einen Betrug übt, den ich keineswegs — mit Relling —als einen frommen und mitleidigen ansehen kann, sondern