IV. Der Jbjenismus.
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„Habe ich denn", antwortet die gute Seele, „eine andere Freudeauf der Welt, als dir den Weg zu ebnen, mein lieber Junge?Du hast weder Vater noch Mutter gehabt, an die du dichhättest halten können." Und als später die gelähmte Schwestervon Frl. Tesman gestorben ist, entspinnt sich dieses Gesprächzwischen ihr und Hedda (S. 84): „Hedda. Sie werden jetztsehr einsam sein, Frl. Tesman. Frl. Tesman. Während derersten Tage wohl. Aber ich will hoffen, daß es nicht zu langeanhält. Die kleine Stube der seligen Nina wird nicht langeleer stehen, meine ich. Tesman. So? Wen willst du dennda hinein haben? Wie? Frl. Tesman. Ach, es gibt leiderGottes immer irgend einen armen Kranken, der Wartung undPflege braucht. Hedda. Wollen Sie wirklich wieder ein solchesKreuz aus sich nehmen? Frl. Tesman. Kreuz! Gott verzeiheIhnen, Kind — das ist doch kein Kreuz für mich gewesen.Hedda. Wenn nun aber irgend eine ganz fremde Personkäme, so — Frl. Tesman. Ach, mit kranken Menschen ist manbald Freund! Und ich brauche doch so nothwendig Jemand, fürden ich leben kann — den brauche ich."
Die drei christlich-dogmatischen Zwangsvorstellungen derErbsünde, der Beichte und der Selbstopferung, die, wie wirgesehen haben, sein Theater von der ersten bis zur letzten Zeileerfüllen, sind nicht das einzige Anzeichen seiner Mystik. Dieseverräth sich noch durch eine ganze Reihe anderer Eigenthümlich-keiten, welche kurz nachgewiesen werden sollen.
Obenan steht unter ihnen die verblüffend chaotische Be-schaffenheit seines Denkens. Man traut seinen Augen nicht,wenn man liest, daß seine Lobhudler sich erdreistet haben, ihngerade wegen der „Klarheit" und „Schärfe" seines Denkenszu rühmen! Rechnen diese Leute denn darauf, daß nie einUrteilsfähiger eine Zeile von Ibsen lesen wird? Ein deut-lich umrissener Gedanke ist bei Ibsen eine außerordentlicheSeltenheit. Das schwimmt und wogt Alles nebelig formlos