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Die Jch-Sucbt.
beiden. Sie spricht sich in einem überaus rührenden Auftrittmit Johanns Halbschwester, Frl. Hessel, über den Fall aus(S. 88):
„Frl. Hessel. Nun sind wir allein, Martha. Du hast sie undich habe ihn verloren. Frl. Bernick. Du — ihn? Frl. Hessel.Ach, ich hatte ihn schon drüben halb verloren. Es verlangte ihn da-nach, auf eigenen Füßen zu stehen; deshalb redete ich ihm ein, daßich an Heimweh litt. Frl. Bernick. Deshalb? Ja, nun versteh ich,daß du kamst. Aber er wird dich wieder zurückverlangen, Lona.Frl. Hessel. Eine alte Halbschwester, — was soll ihm die jetzt? DieMänner zerreißen gar manches Band, um das Glück zu erlangen.Frl. Bernick. Das thun sie. Frl. Hessel. Aber wir wollen zu-sammen halten, Martha. Frl. Bernick. Kann ich dir etwas sein?Frl. Hessel. Wer mehr als du? Wir beiden Pflegemütter, — habenwir nicht beide unsere Kinder verloren? Jetzt sind wir allein. Frl.
Bernick. Ja, allein. Und darum sollst dus auch wissen: ich habe
ihn geliebt. Frl. Hessel. Martha! (Ergreift ihren Arm.) Ist daswahr? Frl. Bernick. Mein ganzer Lebensinhalt liegt in diesenWorten. Ich habe ihn geliebt und auf ihn gewartet. Sommer umSommer hoffte ich, er würde kommen. Und da kam er, aber er sahmich nicht. Frl. Hessel. Ihn geliebt! Und du selbst warst diejenige,welche ihm das Glück in die Hände legte. Frl. Bernick. Sollteich ihmdas Glück nicht in die Hände legen, da ich ihn liebte? Ja, ich habeihn geliebt, mein ganzes Leben hat ihm gehört. . . Er sah michnicht. . . Frl. Hessel. Dina stellte dich in den Schatten, Martha.
Frl. Bernick. Und es ist gut, daß sie das that. Als er fortging,
waren wir gleichaltrig; als ich ihn wiedersah — o der entsetzlicheAugenblick! — da ward es mir klar, daß ich zehn Jahre älter ge-worden als er. Da draußen war er nmhergezogen . . . und inzwischensaß ich hier und spann und spann — Frl. Hessel — am Fadenseines Glücks, Martha. Frl. Bernick. Ja, es war Gold, was ichspann. Keine Bitterkeit! Nicht wahr, Lona, wir sind ihm zwei guteSchwestern gewesen?"
In „Hedda Gabler" ist Frl. Tesman, die Tante desschwachsinnigen Tesman, die rührende Opfermutter. Sie hatihn erzogen, sie gibt ihm den größten Theil ihrer bescheidenenRente, als er sich verheiratet. „Ach, Tante", meckert der armeIdiot (S. 13) „du wirst nie müde, dich für mich zu opfern!"