IV. Der JbsenismuS.
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ich weiß wohl, es fehlten die Beweise. Werle. Freisprechungist Freisprechung. Weshalb rührst du diese alten peinlichenGeschichten wieder auf? ... Ich bin so weit gegangen, als ichnur konnte, ohne mich geradezu bloszustellen. . . Ich habeEkdal Schreibereien für das Kontor geben lassen und bezahleihm weit mehr, weit mehr, als seine Arbeit werth ist.") Werlehat also seine Sünde auf Ekdal abgewälzt^und dieser ist unterdem Kreuze zusamengebrocheu. Weiterhin, als Hjalmar weiß,daß die kleine Hedwig nicht sein Kind ist, und sie verleugnet,tritt der Idiot Gregor Werle vor das hierüber trostlose Mädchenund sagt (S. 89): „Aber wenn Sie nun freiwillig die Wild-ente seinetwegen opferten? Hedwig (steht auf). Die Wild-ente! Gregor: Wenn Sie nun das Beste, was Sie auf derWelt kennen und besitzen, für ihn opferwillig Hingaben? Hed-wig. Glauben Sie, das würde helfen? Gregor. VersuchenSie es, Hedwig. Hedwig (leise, mit leuchtenden Augen). Ja,ich will es versuchen." Hier soll also Hedwig nicht sich selbst,sondern ein Lieblingsthier opfern, wodurch das Motiv aus demChristlichen ins Heidnische herabgezogen wird. Endlich erscheintes ein drittesmal. Hedwig kann sich im letzten Augenblickenicht entschließen, die Ente zu tvdten, und sie zieht es vor, diePistole gegen die eigene Brust zu kehren, das Leben des Vogelsmit ihrem Leben freikaufend. Dieser grausame Schluß istquälend und albern, weil unnöthig; die dichterische Wirkungwäre voll erreicht, wenn Hedwig nicht stürbe, sondern sich nurleicht verwundete, da auch damit der Beweis erbracht wäre, daßes ihr heiliger Ernst sei mit dem Entschlüsse, durch das Opferihres jungen Lebens dem Vater ihre Liebe zu bekunden undzwischen ihm und der Mutter den Frieden herzustellen. Dochästhetische Kritik zu üben sehe ich nicht als meine Aufgabe an;ich überlasse das gern den Phrasendreschern. Mir kommt esnur daraus an, die dreimalige Wiederkehr des Opferlamm-Motivs in der „Wildente" nachzuweisen.
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