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Die Jch-Sucht.
„Nora. Jetzt blos eins, Christine, du sollst mein Zeugesein. . . Wenn Jemand Alles auf sich nehmen wollte. . . dieganze Schuld, mein' ich — dann sollst du bezeugen, daß esnicht wahr ist, Christine. Ich weiß sehr wohl, was ich sage;ich habe meinen vollen Verstand; und ich sage dir: Niemandanders hat darum gewußt; ich allein Hab' Alles gethan. . .Das Wunderbare wird noch geschehen. . . Aber das ist so ent-setzlich, Christine; es darf nicht geschehen, um keinen Preis derWelt." Sie sieht in tiefster Erregung dem erwarteten Wunderentgegen: der Erneuerung der Heilsthat Christi in der Engekleinbürgerlicher Verhältnisse, — „Ich bin das Lamm Gottes,das die Sünden der Welt trägt", — und da das Wunder aus-bleibt, geht die ungeheure Verwandlung in ihrem Gemüthe vorsich, die den Inhalt des Stückes ausmacht. Nora erklärt diesihrem Manne mit größter Deutlichkeit (S. 87): „Niemals kammir der Gedanke, du könntest dich durch die Drohungen diesesMenschen einschüchtern lassen. Ich war so unerschütterlich festüberzeugt, du würdest zu ihm sagen: Machen Sie die Sachenur der Welt bekannt! Und wenn das geschehen... dann würdestdu, wie ich unerschütterlich fest glaubte, vor die Welt hin-treten, Alles auf dich nehmen und sagen: Ich bin der Schul-dige! . . . Das war das Wunderbare, worauf ich mit Furchtund Beben hoffte. Und nur um das zu verhindern, wollt' ichmeinem Leben ein Ende machen."
In der „Wildente" tritt das Opferlamm-Motiv nichtweniger als dreimal auf und ist die treibende Kraft der ganzenHandlung. Der Waldfrevel, um dessentwillen der alte Ekdalvor Jahren verurtheilt wurde, war nicht von ihm, sondern vonWerle begangen. (S. 18: „Werle. . . Ich hatte keine Ahnungdavon, was Leutnant Ekdal unternahm. Gregor. LeutnantEkdal hatte wohl selbst keine Ahnung davon, was er unternahm.Werle. Mag es so sein. Aber es ist doch einmal Thatsachedaß er verurtheilt und ich freigesprochen wurde. Gregor. Ja,'