IV. Der Jbi'enisinus.
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geistigen Eigentümlichkeiten wird uns eine Ähnlichkeit zwischendiesen und denen Wagners erkennen lassen, die uns nicht über-raschen kann, da die ähnlichen Züge eben Stigmate der Ent-artung und darum vielen oder allen höheren Entarteten ge-mein sind.
Ibsen ist der Sohn eines streng kirchlichen Volkes und ineiner gläubigen Familie ausgewachsen. Die Kindeseindrückesind für sein Leben entscheidend gewesen. Sein Denken hatnie den theologischen Bruch ausglätten können, in den es durchdie erste Erziehung gefalzt wurde. Katechismus und Bibelsind ihm die Schranken geworden, über die er nie hinaus-gelangt ist. Seine freidenkerisch klingenden Redensarten gegendas amtliche Christenthum (in „Brand", „Rosmersholm" u.s.w.),seine Verspottung der gebundenen Gläubigkeit von Pastoren(Manders in „Gespenster", Rohrland in „Stützen der Ge-sellschaft", der Probst in „Brand") sind ein Widerhall vonSören Kierkegaard, der zwar für ein anderes als das staatlichgeordnete und mit Ernennungsdekret und Gehalt ausgestatteteChristenthum, aber doch für ein strenges, ausschließliches, denganzen Menschen forderndes Christenthum eiferte. Vielleichthält Ibsen selbst sich für einen Freidenker. Wagner that esja auch. Aber was beweist das? Er sieht eben in seinemeigenen Denken und Fühlen nicht klar. „Es ist merkwürdig,zu sehen", sagt Herbert Spencer/) „wie sehr die Menschen ge-wöhnlich den Lehren, die sie dem Namen nach verworfen haben,thatsächlich ergeben bleiben, indem sie ihr Wesen bewahren,nachdem sie ihre Form aufgegeben. In der Theologie habenwir das Beispiel Carlyles. Als Student bildete er sich ein,den Glauben seiner Väter abgeschworen zu haben, aber er warfnur die Schale weg und behielt den Kern. Seine Anschauung
h Herbert Spencer, 1,'lnäiviäa vontrs Istat. Iraäuit äs 1'an-Klais par ä. Osrsebsl. Iroisiäins säition. Paris, 1892. S. 117.