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Die Jch-Sucht.
Worte auf Ibsen angewendet sieht. Von der Klarheit seinesDenkens sollen gleich erschöpfende Proben gegeben werden.Seinen Freiheitsdrang wird die Zergliederung als Anarchismusenthüllen,und seine Modernität besteht im Wesentlichen darin,daß in seinen Stücken Eisenbahnen gebaut werden („Stützender Gesellschaft"), von Bazillen geschwatzt wird („Volksfeind"),Banken Vorkommen („Nora"), Wahlen und politische Partei-kämpfe eine Rolle spielen („Der Bund der Jugend", „Ros-mersholm"), all das äußerlich aufgepinselt, ohne innern Zu-sammenhang mit den eigentlichen treibenden Kräften der Dichtung.Dieser „moderne" und „freiheitliche" Mensch hat von der Presseund ihrer Thätigkeit die Vorstellung eines Polizei-Amtsdienersund verfolgt die Tagesschriftsteller mit dem heute drollig an-muthenden Haß eines Demagogen-Riechers der Dreißiger Jahre.Alle Journalisten, die er vorführt -— und sie sind in seinenStücken häufig —, Peter Mortensgaard in „Rosmersholm",Haustad und Billing im „Volksfeind", Bahlmann im „Bundder Jugend", sind entweder versoffene Lumpe,' oder arme knie-schlotternde Hungerleider, die immer vor Prügeln oder demWeggejagtwerden zittern, oder gesinnungslose Hallunken, die fürden schreiben, der zahlt. Von der sozialen Frage hat er einenso deutlichen Begriff, daß er einen Werkführer unter den Arbeiternwühlen und mit Ausstand drohen läßt, weil aus der WerftMaschinen zur Anwendung kommen sollen! („Stützen der Ge-sellschaft", S. 32.) Dem Volke steht er mit der schönen Ver-achtung feudaler Großgrundbesitzer gegenüber. Wo er seinergedenkt, da geschieht es mit beißendem Spott oder hochmüthigsteraristokratischer Ueberhebung?) Die meisten seiner Anschauungen
') Rosmersholm, S. 20: „Rebekka (zu Brendel). Sie solltensich an Peter Mortensgaard wenden. Brendel. Pardon, Madame,was ist das sür ein Idiot?" S. die schale Parodie des Forum-Auf-trittes von Shakespeares „Julius Cäsar" im „Volksfeind", 4. Aufzug,und die Kennzeichnung der „Menge" in „Brand", ö. Aufzug.