IV. Der Jbsenisnms.
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sprachen hat! Eine beleidigendere Zumuthung hat schwerlichjemals ein Schriftsteller an seine Leser gestellt.
Im „Volksfeind" ist von einer nicht recht verständlichenBadeanstalt die Rede, die zugleich Trinkquelle, Heilbad undSeebad ist. Der Badearzt vr. Stockmann hat entdeckt, daßdie Heilquelle Typhusgift führt, und verlangt, daß sie höherin den Bergen gefaßt werde, an einer Stelle, wo sie nicht vonmenschlichen Abfallsstoffen verunreinigt wird. Er weist mitgrößtem Nachdruck darauf hin, daß andernfalls unter denBadegästen eine tödtliche Seuche ausbrechen werde. Und dar-auf soll der Bürgermeister erwidern (S. 36): „Die einge-richtete Art der Wasserversorgung ist nun einmal eine That-sache und muß selbstverständlich als solche behandelt werden.Aber wahrscheinlich wird die Direktion seiner Zeit nicht ab-geneigt sein, in Erwägung zu ziehn, inwiefern es bei ange-messenen pekuniären Opfern möglich sein dürste, gewisse Ver-besserungen einzuführen." Es handelt sich um einen Ort, der,wie Ibsen mit Nachdruck auseinander setzt, seine ganze Zukunftauf die Entwickelung seiner jungen Badeanstalt gestellt hat;der Ort liegt in Norwegen, in einem kleinen Lande, wo alleLeute einander kennen und jeder Krankheits- und Todesfallstark bemerkt wird. Und da wird es der Bürgermeister daraufankommen lassen, daß eine Anzahl Badegäste in seinem Orteden Typhus bekommen, wenn er rechtzeitig erfährt, daß diesgewiß geschehen werde, sofern die Quell-Leitung nicht verlegtwird? Ohne vom bürgermeisterlichen Geist im Allgemeineneine übertriebene Meinung zu haben, leugne ich dennoch, daßein Idiot, wie ihn Ibsen schildert, in Europa an der Spitzeirgend einer Stadtverwaltung steht.
In „Hedda Gabler" erwartet Tesman, mit einem Bucheüber „die Brabanter Hausindustrie im Mittelalter" (S. 13)einen Lehrstuhl an der Hochschule zu erlangen. Er hat abereinen gefährlichen Wettbewerber in Ejlert Lövborg, der ein