III. TccadciMn und Acsthete».
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als wirklich zu bezeichnen gewohnt sind: nämlich den Charakter,die Denkweise und die Emotion des Künstlers. Denn was istEinbildungskraft? Ein besonderer Fall des allgemeinen psycho-logischen Gesetzes der Jdeen-Assoziation. Beim wissenschaft-lichen Beobachten und Urtheilcn wird das Spiel der Jdeen-Assoziation von der Aufmerksamkeit aufs Strengste überwacht,der Wille hemmt kräftig die Ausbreitung der Reize die be-quemsten Bahnen entlang und verhindert das Eindringen vonbloßen Aehnlichkeiten, Gegensätzen und Nachbarschaften in Raumoder Zeit in das Bewußtsein, das den Bildern der von denSinnen gegebenen unmittelbaren Wirklichkeit Vorbehalten bleibt.Beim künstlerischen Schaffen waltet die Einbildungskraft, dasheißt die vom Willen geübte Hemmung ist lockerer; es wirdeiner Vorstellung gestattet, nach den Gesetzen der Jdeen-Assozia-tion ähnliche, entgegengesetzte, räumlich oder zeitlich benachbarteVorstellungen ins Bewußtsein zu rufen, nur ist die Hemmungnicht ganz aufgehoben und der Wille gestattet nicht die Ver-einigung einander ausschließendcr Vorstellungen zu einem Be-griffe, also eine absurde Geistesarbeit, wie sie die rein mechani-sche Jdeen-Assoziation, die Gedanken-Flucht, liefert. In derArt, wie sich die von der Jdeen-Assoziation herangeholten Vor-stellungen zu Begriffen fügen, offenbart sich die den Künstlerbeherrschende Emotion. Denn diese bewirkt, daß die mit ihrzusammcnstimmcnden Vorstellungen zurückbehalten, die gleich-gütigen oder widersprechenden unterdrückt werden. Selbst soausschweifende Phantasiegebilde wie ein geflügeltes Roß oderein Weib mit Lowenpranken enthüllt eine wahre Gefühls-bewegung, jenes eine Sehnsucht, die aus dem Anblick des leichtund frei dahinschwcbendcn Vogels erwächst, dieses ein Grauenvor der den Verstand überwältigenden, zerfleischende Leidenschaftheraufbeschwörcnden Gewalt der Geschlechtlichkeit. Für Klein-arbeiter der Psychologie wäre es eine dankbare Aufgabe, denEmotionen nachzugehcn, aus dcucn die bekannteren Phantasie-