III. Decadenten und Aesthcten.
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Wirtheil jener Stätten seiner Genüsse keine besondere Hoch-achtung.
Die Wahrheit ist, daß der Anspruch der Aestheten ausden obersten Rang für die Kunst die vollkommenste Wider-legung ihrer übrigen Lehrsätze in sich schließt. Die Gattungschätzt die einzelnen Thütigkciten nach ihrem Nutzen für die Ge-sammtheit. Je höher sie sich entwickelt, ein um so richtigeresund tieferes Verständniß erlangt sie für das, was ihr wirklichnoth- und wohlthnt. Der Krieger, der auf einer niedrigenGesittungsstufe mit Recht die vornehmste Rolle spielt, weil dieGesellschaft zunächst leben und zu diesem Behufe sich ihrerFeinde erwehren muß, tritt auf einen bescheidenem Platz zurück,sowie die Sitten sanfter werden und die Beziehungen zwischenden Völkern ihre raubthierhafte in eine mcnschenthümliche Be-schaffenheit verwandeln. Ist die Gattung erst zu einer einiger-maßen klaren Erfassung ihres Verhältnisses zur Natur ge-langt, dann weiß sie, daß Erkenntniß ihre wichtigste Aufgabeist, und ihre tiefste Verehrung gilt denen, welche die Erkenntnißpflegen und erweitern, also den Denkern und Forschern. Selbstim monarchischen Staate, der, seinem eigenen atavistischenWesen angemessen, die Bedeutung des Kriegers mit urmensch-lichem Maße mißt (und man kann bei dem heutigen ZustandeEuropas, bei der kaum verhaltenen Kriegswuth einer ganzenReihe von Völkern diesem Atavismus leider die Berechtigungnicht absprechen), ist der Gelehrte, als Professor, Akademiker,Rath, ein Bestandtheil der Regierungsmaschine und die Ehrenund Würden fallen ihm weit mehr zu als dem Dichter undKünstler. Für diesen schwärmen die Jugend und die Frauen,das heißt diejenigen Bestandthcile der Gattung, in welchen dasUnbewußte das Bewußtsein überwiegt; denn Künstler undDichter wenden sich zunächst an die Emotion und diese er-regten sie im Weibe und Halbwüchsigen leichter als im reifenManne; ihre Vorzüge sind überdies der Menge zugänglicher