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Die Jch-Sucht.
gegen das dargestellte Schlechte oder Häßliche gleichgiltig war,ja daß er Vorliebe dafür hatte, dann verstärkt sich der Wider-wille, den das Werk erregt, nm den ganzen Abscheu, den unsdie Verirrung der Triebe des Urhebers einflößt, und der Ge-sammt-Eindruck ist der der schärfsten Unlust. Dies trifft nurbei Jenen nicht zu, welche die Emotionen des Urhebers theilen,also mit ihm vom Ekelhaften, Kranken, Schlechten angezogenund angenehm erregt werden, und das sind eben die Entarteten.
Die Aesthetcn behaupten, die Kunstthätigkeit sei die höchste,deren der Menschengeist fähig ist, und müsse in der Schätzungder Menschen den ersten Platz einnehmen. Womit wollen siediese Behauptung gerade von ihrem Standpunkte ans begründen?Weshalb soll mir die Thätigkeit eines Burschen, der mit Ent-zücken die Farben und Düfte eines verwesenden Aases schildert,hochstehen- und weshalb soll ich vor einem Maler, der mir dieLotterei einer Dirne zeigt, besondere Achtung haben? Weil ihrBischen Kunsttechnik schmierig ist? Wenn das entscheidend seinsoll, so müßten die Aesthetcn folgerichtig den Akrobaten höherstellen als den Künstler ihrer Art, denn man lernt die Kunstdes Trapez-Virtuosen sehr viel schwerer als das Neimen oderPinseln, das die „Kunst" der Aesthetcn ausmacht. Soll esum der Lustempfindungen willen sein, welche die Künstlergeben? Diejenigen, für welche die Aesthetcn sich begeistern, be-reiten vor Allem dem gesunden Menschen kein Vergnügen,sondern Ekel oder Langeweile. Aber gesetzt selbst, man fändebei ihnen Sensationen. Da würde sich zuerst noch fragen,welcher Art diese sind. Nicht jede Sensation, selbst wenn wirsie im Augenblick als angenehm empfinden, flößt uns Achtungvor dem ein, dem wir sie verdanken. Am Kartentisch, in derKneipe, im Frcudenhause verschafft sich eine niedrige Natur-Sensationen, mit deren Stärke diejenigen, welche irgend einWerk der Aesthetcn bieten mag, nicht entfernt wetteifern können.Aber selbst der wüsteste Schlemmer hat deshalb vor den