Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
Seite
144
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als die des Gelehrten, dem fast nur die Besten seiner Zeitfolgen können und dessen Bedeutung selbst in unseren Tagender Vervolksthümlichung der Wissenschaft durch die Zeitungenmeist nur von wenigen Eingeweihten ganz gewürdigt wird.Auf den raschen Ruhm des Künstlers hat er, von seltenenAusnahmen abgesehen, nicht zu rechnen. Staat und Gesell-schaft suchen ihn aber für den Entgang dieses Preises durchamtliche Formen der Hochschätzung zu entschädigen, mit denensie ihn umgeben.

Freilich, sehr große Künstler und Dichter, die man alsbahnbrechend und deren Wirken man als dauernd erkennt, er-halten ebenfalls ihren Antheil an den amtlichen Ehren, überwelche das fcstgeformte Gemeinwesen als solches verfügt, unddiese Ausnahme-Menschen empfangen daun einen glänzendernLohn als irgend ein Forscher und Finder, denn sie besitzenneben den verleihbaren Auszeichnungen, die sie mit diesemtheilen, die weite Volksthümlichkeit, auf die dieser meist ver-zichten muß. Und warum wird der Künstler manchmal auchvon den guten und ernsten Geistern neben, ja über den Mannder Wissenschaft gestellt? Weil sie das Schöne mehr schätzenals das Wahre, die Emotion mehr als die Erkeuntniß? Nein.Sondern weil sie die richtige Empfindung haben, daß dieKunst ebenfalls eine Quelle der Erkenntnis; ist.

Sie ist dies auf dreifache Weise. Einmal ist die Emo-tion, die das Kunstwerk hcrvorruft, selbst ein Mittel zur Er-langung von Erkeuntniß, wie Edmund R. Clay, James Sulkyund andere Psychologen sehr gut gesehen haben, ohne indeßbei der wichtigen Thatsache zu verweilen. Sie zwingt diehöheren Zentren zu Aufmerksamkeit sür die Ursachen, welchesie erregen, und führt dadurch nothwendig ein schärferes Beob-achten und Erfassen der ganzen Reihe von Erscheinungenherbei, die zur Emotion in Beziehung stehen. Dann gewährtdas Kunstwerk einen Einblick in die Gesetze, deren Ausdruck