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Tic Ich-Sucht.
gebnisse zu führen: der Erweckung von Lustgefühlen. Die be-kannte aristotelische Katharsis, Läuterung oder Reinigung, er-klärt, wie das Trauerspiel, obschon es den Anblick von Leid undUntergang bietet, zuletzt doch angenehm wirkt. Die Darstellungvon verschuldetem Unglück erweckt die Vorstellung der Gerechtig-keit, eine angenehme und sittliche Vorstellung, selbst die vonunverschuldetem Mißgeschick noch Mitleid, das an sich einSchmerzgefühl, aber in seiner Eigenschaft als Gattungstriebnützlich und darum nicht nur sittlich, sondern in letzter Linieauch angenehm ist. Wenn Valdes in seinem berühmten Bildeder Caridad von Sevilla einen geöffneten Sarg mit der vonWürmern wimmelnden Leiche eines Erzbischofs in vollem Ornatezeigt, so ist dieser Anblick an sich zwar unleugbar widerwärtig.Er läßt aber sofort die Emotion erkennen, die der Maler aus-druckcn wollte: sein Gefühl der Nichtigkeit aller irdischen Güterund Ehren, der Hinfälligkeit des Menschen gegenüber der Urge-walt der Natur; es ist dieselbe Emotion, die unser Holbein inseinem „Todtentanz", allerdings nicht so tief und leidenschaftlichwie der stark fühlende Spanier, sondern selbstvcrspottend undbitter verkörpert hat, dieselbe Emotion auch, die, etwas wenigerdüster und mehr schwermüthig verzichtend, ans Mozarts Re-quiem herausklingt. In den Gedanken, welcher die Unbe-deutendheit des Einzellebens der Grüße und Ewigkeit der Naturgegenübcrstellt, mischt sich ein Element des Erhabenen, dessenVorstellung, als auserlesene Thütigkeit der höchsten Hirnzentren,mit Lustgefühlen verbunden ist.
In den bildenden Künsten kommt noch ein Umstand inBetracht. Bei den Werken der Bildhauerei und Malerei isteine weitgehende Scheidung von Form und Inhalt, von Sinn-lichem und Sittlichem möglich. Ein Gemälde, eine Gruppemag den unsittlichsten und verbrecherischsten Vorgang darstellcn,die einzelnen Bestandtheile, die Lust, die Farben-Zusammcn-stimmungcn, die Menschengestalten können darum an sich doch