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2 (1893)
Entstehung
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III. Decadenten und Aestheten.

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es die Nerven eine, manchmal für ihren Bestand oder dochihre Thätigkeit gefährliche, Anstrengung kostet, sie wieder in dienatürliche Ordnung zu bringen. Jene werden als Lust, dieseals Unlust, ja als Schmerz empfunden. Von Sittlichkeit kannbeim Sinnlich-Schönen nicht die Rede sein, da es nur alsWahrnehmung vorhanden, nicht aber zur Vorstellung gesteigert ist.

lieber dem Sinnlich-Schönen steht das Geistig-Schöne,das nicht mehr aus bloßen Wahrnehmungen, sondern ausVorstellungen, aus Gedanken und Urtheilen und den sie be-gleitenden, im Unbewußten ausgearbeiteten, Emotionen besteht.Lustgefühle muß auch das Geistig-Schöne erwecken, um ebenals schön empfunden zu werden, und mit Lustgefühlen, dies istoben auseinander gesetzt worden, sind im gesunden, vollent-wickelten, auch mit Gesellschaftstrieb (Altruismus) ausgerüstetenMenschen nur solche Vorstellungen verbunden, deren Inhalt eindem Leben und Gedeihen des Einzelwesens und der Gesellschaftoder Gattung förderlicher ist. Das aber, was Leben und Ge-deihen des Individuums und der Art begünstigt, ist gerade das,was wir daö Sittliche nennen. Daraus ergibt sich mit eisernerNothwendigkeit, daß ein Werk, welches keine Lustgefühle erweckt,nicht schön sein kann und daß es keine Lustgefühle erweckenkann, wenn es nicht sittlich ist, und wir kommen zum letztenSchlüsse, daß Sittlichkeit und Schönheit in ihrem innerstenWesen identisch sind. Man behauptet nichts Falsches, wennman sagt, daß die Schönheit zustündliche Sittlichkeit und dieSittlichkeit Schönheit in Thätigkeit ist.

Dem widerspricht nur scheinbar, daß auch das un-bestreitbar Häßliche und Schlechte gefallen, also Lustgefühleerwecken kann. Der geistige Vorgang, den die Wahrnehmungenund Vorstellungen anregen, ist in diesem Falle nicht so einfachund unmittelbar wie angesichts des Schönen und Guten. Esmüssen dann erst mitunter recht verwickelte Jdeen-Assoziationenausgelöst werden, um schließlich doch zu den: einen großen Er-