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Di- Jch-Sucht.
metrischen Bewegungen, die darin bestehen, daß beispielsweisedie linke Hand unwillkürlich und zwecklos Schreibe-Bewegungender rechten mitmacht u. s. w. Es gibt auch eine seltsame,bisher hauptsächlich in Rußland und namentlich Sibirien be-obachtete Nervenkrankheit, dort „Myriachit" genannt'), in derdie Hemmung ganz in Unordnung geräth, so daß die Krankenjede Handlung, die sie sehen, sofort nachahmen müssen, auchwenn sie ihnen unangenehm oder schädlich ist. Wenn Jemandz. B. vor ihren Augen fällt, so müssen sic sich sofort ebenfallszu Boden werfen, selbst wenn sie eben mitten im Straßenkothstehen.
Außerhalb des Zustandes der Krankheit und Ermüdungwird die Hemmung nur aufgehoben, wenn die Erregung, indie das Nervensystem durch einen Eindruck versetzt wird, starkgenug ist, um sie zu überwinden. Ist dieser Eindruck ein un-angenehmer oder gefahrdrohender, so sind die Bewegungen, dieer auslöst, solche der Abwehr oder Flucht. Ist er dagegen einangenehmer oder zwar überraschender, doch nicht beunruhigender,so ist die Gegenwirkung des Organismus auf ihn Bewegungohne objektiven Zweck, meistens nachahmende Bewegung. Diesetritt also beim gesunden Menschen mit gut arbeitenden Hem-mungsvorrichtungen im Nervensystem nicht aus jede Erscheinungein, sondern nur auf solche, die ihm stark auffallen, seine Auf-merksamkeit fesseln, ihn beschäftigen und erregen, kurz, ihm eineEmotion verursachen. Die Nachahmungsthätigkeit — und diebildenden Künste sind in letzter Linie nichts Anderes als diezurrickgelassenen Spuren nachahmender Bewegungen — hat so-mit einen unmittelbaren organischen Zweck: den, das Nerven-system von einer Erregung zu befreien, in die es durch einen
>) S. A. Tokarskis Aufsatz über „Myriachit" in der November-Nummer 1880 des Neurologischen Central-Blattes. Tokarski belehrtuns dort auch, daß man eigentlich nicht „Myriachit", sondern „Meriat-fchenja" schreiben sollte.