III. Dccadentcn und Acsthetcu.
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lich fehlte." (S. 73.) „Es gibt keine Sünde, ansgenommenDummheit." (S. 172.) „Ein Gedanke, der nicht gefährlichist, ist überhaupt nicht werth, ein Gedanke zu fein." (S. 147.)
Er treibt nebenbei gelinde Farbcnmystik. „Vorliebe fürGrün ist bei Einzelnen immer ein Zeichen feiner, künstlerischerAnlage und bei Völkern soll sie Lockerung, ja Verfall der Sittenbedeuten." (S. 49.)
Doch den Mittelpunkt-Gedanken seiner gequält spöttischen,das Uzen des Philisters als Hauptziel verfolgenden, mühseligden Gegenpol des gesunden Menschenverstandes aufsuchendenSalbaderei bildet die Verhimmelung der Kunst. Wilde sehtdas System der „Aestheten" folgendermaßen auseinander: „IhreLehren sind in Kurzem diese: die Kunst drückt nie etwasAnderes aus als sich selbst. Sie hat ein unabhängiges Lebenwie der Gedanke und entwickelt sich ausschließlich nach ihreneigenen Zielen. . . Zweitens: alle schlechte Kunst kommt vonder Rückkehr zu Leben und Natur und von deren Erhebungzum Ideal. Leben und Natur mögen manchmal als Theiledes Rohstoffs der Kunst benutzbar sein, doch bevor sie für dieKunst irgendwie wirklich brauchbar sind, müssen sie in künst-lerische Sinnbilder (eouveutious) übersetzt werden. Sowie dieKunst ihr Einbildungsmedium (?) aufgibt, gibt sie Alles aus.Als eine Methode ist Realismus ein vollständiger Mißerfolgund die beiden Dinge, die jeder Künstler vermeiden sollte,sind Modernität der Form und Modernität des Gegenstandes.')
y Schiller sagt auch:
„Ewig jung ist nur die Phantasie;
Was sich nie und nirgends hat begeben,
Das allein veraltet nie."
(„An die Freunde".)
Er meint aber damit nicht, daß die Kunst von Wahrheit und Lebenabsehen soll, sondern daß sie in der Erscheinung das Wesentliche unddarum Dauernde vom Zufälligen und darum Vergänglichen unter-scheiden müsse.