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2 (1893)
Entstehung
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III. Decadciiten und Acstheten.

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regen; es ist auch nicht Schöuheitsdrang, sondern böswilligeWidersprnchslust.

Durch seine Bajazzo-Vermummung erlangte Wilde immer-hin in der ganzen angelsächsischen Welt den Ruhm, den ihm seineGedichte und Dramen nie erworben hätten. Mich mit diesenzu beschäftigen habe ich keinen Grund, denn sie sind schwächlicheNachahmungen Nossettis und Swinburnes und von einer trost-losen Nichtigkeit. Dagegen verdienen seine Prosa-Aufsätze Be-achtung, weil sie alle Züge aufweisen, welche imAestheten"den Artgenossen des Decadenten erkennen lassen.

Oscar Wilde verachtet die Natur wie seine französischenLehrmeister.Was sich thatsüchlich ereignet, ist für die Kunstverdorben. Alle schlechten Gedichte gehen aus echten Gefühlenhervor. Natürlich sein heißt selbstverständlich sein und selbst-verständlich sein heißt unkünstlerisch sein."')

Er ist einPfleger des Jchs" und empfindet eine ergötzlicheEntrüstung darüber, daß sich die Natur untersteht, gegen seinewichtige Person glcichgiltig zu sein.Die Natur ist so gleich-giltig, so verständnißlos. So oft ich im Hydepark spazierengehe, fühle ich immer, daß ich für sie nicht mehr bin als dasVieh, das am Wiesenhauge grast." (S. 4.)

Er hat von sich und der Gattung die Meinung des Esseintes.Ah! Sagen Sie nicht, daß Sie mit mir übereinstimmen. WennLeute mit mir übereinstimmen, so fühle ich immer, daß ich Un-recht haben muß." (S. 166.)

Sein Ideal des Lebens ist Thatlosigkeit.Nur die Phi-lister suchen eine Persönlichkeit nach der gemeinen Probe derLeistung abzuschützen. Man suche, etwas zu sein, nicht etwaszu thun." (S. 49.)Die Gesellschaft verzeiht oft dem Ver-brecher, sie verzeiht nie dem Träumer. Die herrlich unfrucht-

>) Oscar Wilde, Intsntioos. Leipzig, Tauchnitz, 1891. S. 169.Die oben im Folgenden angeführten Seitenzahlen beziehen sich aufdieses Buch.