Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
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119
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III. Decadenten und Aestheten.

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halte, zu mehrmonatlicher Gefängnißstrafe verurtheilt wordenwar, ist durch seine Strafsache zu einer Tagesberühmtheit ge-worden; eine sehr reiche, verwaiste Erbin bietet ihm ihre Hand,diekleine Prinzessin" ihre Liebe. Er heiratet das reicheMädchen, das er nicht liebt, und fährt fort, diekleine Prin-zessin" zu lieben, die er nicht heiratet. Denn so erfordertes diePflege seines Jchs": um seine ästhetischen Neigungen zubefriedigen und mit Wort und Schrift zuwirken", muß erGeld haben, und um seine Gcmüthsbedürfnisse zu stillen, mußer diekleine Prinzessin" haben. Nach einigen Monaten derEhe findet er es unbequem, seine Liebe zur kleineu Prinzessinvor seiner Frau zu verheimlichen. Er läßt sie also die Be-dürfnisse seines Herzens errathen. Die Frau steht auf der

Höhe seiner Philosophie. Sie istverstündnißvoll". Sie gehtselbst zurkleinen Prinzessin", führt sie dem edeln Anarchistenzu und von da an lebt dieser reich, geliebt, vergnügt und be-friedigt zwischen der Erbin und der Geliebten, wie es sich für

eine höhere Natur schickt. Barrss glaubt da eine sehrseltene"undköstliche" (rare st sxquis") Menschengestalt geschaffenzu haben. Er irrt sich.Pfleger des Jchs" von der Art desBoulangisten Philippe und des Anarchisten Andre gibt es inallen Großstädten zu Tausenden. Nur kennt die Polizei sieunter einem andern Namen. Sie nennt sie Zuhälter. Unddas Sittengesetz des braven Anarchisten ist längst das derPariser vergoldeten Dirnen, die von jeher denLiebhaber fürsHerz", ,st'uumut cls Enwst nebendem Andern" -- oderden Anderen" unterhalten haben.

Das Dccadenteuthum ist nicht auf Frankreich beschränktgeblieben. Es hat auch in England Schule gemacht. Voneinem der frühesten und sklavischsten Nachahmer Baudelaires,Swinburne, war schon im vorigen Buche die Rede. SeinenPlatz mußte ich ihm unter den Mystikern anwciseu, denn dasEntartungsstigma des Mystizismus herrscht in seinen Werken