gänzlich vollendete Sittlichkeits-Lehraufgabe" (S. 210); „wiehätte er dulden fallen, daß ein fremder Wille in fein Lebeneingreife, dieser Bruder Parsifals, dieser Reine, dieser Schlichte,der allen menschlichen Gesetzen die Regungen seines Herzensentgegensetzte! Und es scheint sehr, daß die Ertränkung deöDoktors Gudden die Rache mar, welche er an einem Barbarennahm, der ihm seine Lebensregel aufnöthigen wollte" (S. 225).Mit solchen Redensarten kennzeichnet Barres einen Gestörten,dessen Geist vollständig umnachtet und der jahrelang nicht eineseinzigen vernünftigen Gedankens fähig mar! Dieses schamloseWegwenden des Kopfes von einer Thatsache, die ihn rechtsund links ohrfeigt, dieses Unvermögen, das Unsinnige imGeistesleben eines Kranken zu erkennen, der zu den tiefstenStufen des Irrsinns hinabgesunken war, diese Hartnäckigkeit,die verrücktesten Handlungen als wohlüberlegt, absichtsvoll,philosophisch begründet und tiefsinnig auszulegen, wirft einHelles Licht auf den Geisteszustand des Decadentcn. Wie sollein Mensch dieser Art die krankhafte Zerrüttung seines eigenenGehirns einsehen, wenn er nicht einmal wahrnimmt, daßLudwig II. nicht eine „Sittlichkeits-Lehraufgabe", sondern eingewöhnlicher Geisteskranker war, wie jede größere Irrenanstaltderen Dutzende enthält?
Die Weltanschauung und Sittenlehre der Barresschen„Pfleger des Zchs" kennen wir nun. Jetzt nur noch ein Wortüber ihre praktische Lebensführung. Der Held des „Gartens derBerenice", Philipp, ist der vergnügte Wohngast von „petite8oevn88e^ in dem Hanse, das ihr letzter Liebhaber ihr hinter-lassen hat; nach einiger Zeit hat er von ihrem „erziehlichenEinstusse" genug, er verläßt sie und gibt ihr beim Scheidenden dringenden Rath, seinen Wettbewerber um den Abgeord-netensitz zu heiraten, was sie auch thut. Der „Feind der Ge-setze", ein Anarchist Andre Maltere, der wegen eines Zeitungs-artikels, in welchem er ein Dynamit-Verbrechen gutgeheißen