III. Decadcntcn und Aesthctcn.
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sie als ihre Feinde" (S. 149). Die Kinder „liebt sie wenigerals die Hunde" (S. 284). Daß sie sich jedem Manne, derihr in die Augen sticht, sofort hingibt, ist selbstverständlich,denn wozu wäre sie sonst eine „Pflegerin des Jchs" und eineBekennerin des Gesetzes der Triebe? So sehen die gutenMenschen von Barres aus, die kein Gesetz mehr brauchen,weil sie „aus der langen Lehrzeit unserer Gattung ihren Nutzengezogen haben".
Noch einige Züge, um das geistige Bild dieses Decadentenzu vervollständigen. Er läßt seine „kleine Prinzessin" erzählen:„Als ich zwölf Jahre alt war, liebte ich es, wenn ich alleinwar, meine Schuhe und Strümpfe auszuziehen und die nacktenFüße in warmen Koth zu stecken. So verbrachte ich Stundenund das gab mir Lustschauer über den ganzen Körper." Barrösgleicht seiner Heldin. Er empfindet „Lustschauer über denganzen Körper", wenn er „im warmen Kothe steckt".
„Es gibt keine Einzelheit der Lebensgeschichte von Berenice,"fängt er das dritte Kapitel des „Gartens der Berenice" au,„die nicht anstößig wäre; ich bewahre aber von ihr sehr feineEmpfindungen." Diese Berenice war eine Tänzerin im PariserEdentheatcr, die als kleines Mädchen von ihrer Mutter undältern Schwester an alte Verbrecher verkauft und erst spätervon einem Liebhaber aus der Prostitution erlöst wurde, dieschon ihr Kindesalter geschändet hatte. Ihr Liebhaber stirbtund hinterläßt ihr ein ansehnliches Vermögen. Der Held desRomans, der sie als Kind der Gosse gekannt hat, begegnet derKebswittib in Arles, wo er als boulangistischer Bewerber umeinen Abgeordneten-Sitz auftritt, und knüpft die alte Beziehungzu ihr wieder an. Was ihn am Meisten in dem Verhältnißentzückt und seine Lust aufs Höchste steigert, das ist die Vor-stellung, wie sehr sie ihren verstorbenen Freund geliebt und mitwelcher Hingebung sie in seinen Armen geruht habe. „MeineBerenice," heißt cs S. 138, „bewahrt auf ihren bleichen Lippen