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Die Jch-sucht.
inncrn Antrieb achten und begünstigen und mir von nichtsAeußerem einen Rath geben lassen." (S. 22.) „Nach derSchnur gezogene Gesellschaft! Du bietest Jedem die Sklaverei,der sich nicht dem anbeguemt, was die Mehrheit als schön undgut bezeichnet hat. Wie viel Verbrechen begeht man gegendas Individuum im Namen der Menschheit wie einst im Na-men Gottes und des Gemeinwesens!" (S. 200.) „Mau darfden Neigungen des Menschen keinen Zwang anthun, sondernmich die gesellschaftliche Form ihnen anpassen." (S. 97. Daßes viel einfacher wäre, die Neigungen des einen Menschen derfür Millionen Menschen maßgebenden gesellschaftlichen Formanzupasfen, fällt dem Philosophen gar nicht ein.)
Es ist nur folgerichtig, daß Barras seinen „Pfleger desJchs", nachdem er uns in den drei ersten Romanen oder „Ideo-logien" seine Entwickelung gezeigt hat, Anarchist werden läßtund zum „Feinde der Gesetze" macht. Er fühlt aber selbst,daß man ihm mit Recht entgegenhalten werde, die Gesellschaftkönne ohne irgend ein Gesetz, irgend eine Ordnung nicht be-stehen, und sucht diesem Einwande mit der Ausrede zu be-gegnen, daß Jeder sich selbst richtig leite, daß der Trieb gutund unfehlbar sei, daß ec „aus der langen Lehrzeit unsererGattung unter Gesetzbüchern und Glaubenslehren seinen Nutzengezogen habe". Er gibt also zu, daß „Glaubenslehren undGesetzbücher" ihren Nutzen und ihre Nothwendigkeit haben, abernur in einem frühen Abschnitte der Menschengeschichte. Alsdie Triebe noch wild, schlecht und unvernünftig waren, brauchtensie die Unterweisung des zügelnden Gesetzes. Jetzt aber findsie so vollkommen, daß sie dieses Führers und Meisters nichtmehr bedürfen. Es gibt ja aber noch Verbrecher? Was fängtman mit diesen an? Diese „liebt und küßt man so lange, bissie gut werden". Ich wünschte nur, daß Barrüs Gelegenheithätte, seine Vertheidigungsmethode in einem nächtlichen Ueber-fall gegen Raubmörder anzuwcuden!