Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
Seite
107
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!II. Dcccidciitcn und Aesthcten.

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»erkennbar Moreau de Tours' Werk über die Geschlechts-Ver-irruugen die im Allgemeinen zwar tief unwissende, aber ausdem Sondcrgcbiete der Erotomanie belesene Bande der Dia-boliker aufmerksam gemacht hat, und dies gibt HuysmansGelegenheit, mit Schweinebehagen im schauerlichsten Nnrath zuwü hlen un d zu uüstern. In diesem Buch entwickelt er außer-dem die mystische Seite des Decadententhums, er läßt desEsseintes fromm werden, aber zugleich mit einer hysterischenFrau zu einer „schwarzen Messe" gehen u. s. w. Mit diesemebenso widerwärtigen wie albernen Buche mich zu beschäftigenhabe ich keine Ursache. Was ich wollte, das war, das Menscheu-ideal des Decadententhums zu zeigen.

Da haben wir ihn nun, den „Uebermenschen", den Baude-laire und seine Schüler träumen und dem sie ähnlich zu wer-den suchen: körperlich krank und schwach, sittlich ein abgefeimterSchurke, geistig ein namenloser Idiot, der seine ganze Zeit da-mit zubriugt, die Farben der Stoffe zur Austapezirung seinesZimmers kunstvoll zu wühlen, dem Schwimmen mechanischerFische zuzusehen, Düfte zu nüsseln und Schnäpse zu schleckern.Das Schlaueste, woraus er verfällt, ist, nachts zu wachen undam Tage zu schlafen und sein Fleisch in Thee zu stippen. Liebeund Freundschaft sind ihm unbekannt. Sein Kunstsinn bestehtdarin, daß er aufpaßt, wie sich die Menschen zu einem Werkestellen, um sofort die entgegengesetzte Haltung einzunehmeu.Seine vollkommene Anpassungs-Unfähigkeit verräth sich darin,daß jede Berührung mit Welt und Menschen ihm Schmerzenbereitet. Die Schuld an seinem Unbehagen wälzt er natürlichauf die Menschen über und schimpft wie ein Rohrspatz aus sie.Er nennt sie allesammt Schurken und Dnmmköpfe und stößtgräßliche anarchistische Verwünschungen gegen sie aus. DieserTropf hält sich den Anderen für weit überlegen und seiner un-erhörten Dummheit kommt nur seine geschwollene Selbstvergötte-rung gleich. Er hat 50,000 Franken Rente und muß sie auch