Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
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106
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Tie Jch-Sucht.

vorausbezahle, und dann wird er stehlen, um zu dir kommenzu können. . . Ich hoffe, er wird auch morden, wenn derEigenthümer ungerufen erscheint, während er dessen Schrankerbricht. Dann wird mein Ziel erreicht sein. Ich werde, soweit mein Vermögen es mir gestattet, dazu beigctragen haben,einen Strolch zu schaffen, einen Feind mehr dieser scheußlichenGesellschaft, die uns plündert." Und er verläßt den armenbesudelten Knaben an diesem ersten Abend mit den Worten:„So, nun gehe. . . Thu den Anderen, was du nicht willst,daß sie dir thun, mit diesem Grundsatz kommst du weit.Gute Nacht. Besonders aber sei nicht undankbar, laß michrecht bald von dir hören, durch die Gerichtszeitungen."

Er sieht vor den Fenstern seines Hauses arme Dorfkindersich um ein mit Quarkkäse belegtes Stückchen Schwarzbrot»balgen. Er ruft sofort seinen Diener, läßt ihn eine ähnlicheStulle bereiten und sagt ihm: „Werfen Sie diese Stulle denKindern hin, die aus der Straße raufen. Die Schwächerensollen zu Krüppeln geschlagen werden, sie sollen ihren Antheilnicht bekommen und außerdem von ihren Eltern windelweichgehauen werden, wenn sie mit zerrissenen Hosen und ver-schwollenen Augen heimkommen. Das wird ihnen eine Vor-stellung von dem Leben geben, das ihrer harrt." (S. 226.)

Wenn er an die Gesellschaft denkt, so entringt sich seinerBrust dieser Schrei: „Ei, so brich doch zusammen, Gesellschaft,so stirb doch, alte Welt!" (S. 293.)

Damit die Leser nicht auf den Verlauf der Geschicke desEsfeiutes' neugierig bleiben, sei hinzugefügt, daß er in seinerEinsamkeit schwer nervenkrank wird und daß sein Arzt von ihmaufs Entschiedenste fordert, er solle nach Paris, ins Leben undzu den Menschen zurückkehren. Ein zweiter Noman von Huys-mans, zeigt uns dann, was des Esseintes in Paris

thut. Er schreibt eine Geschichte von Gilles de Nays, demMassen-Lustmörder des fünfzehnten Jahrhunderts, auf den uu-