III. Decadenten und Aesthetcn.
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,lichtes, flaches Leben, sie lösten ihren Vertrag und beantragtengerichtliche Scheidung. Mein Schlachtplan war richtig/ sagtedes Esseintes sich dann und empfand die Genugthuung desFeldherrn, dessen weite Voraussicht sich auf dem Gelände be-währt."
Ein andermal kommt ihm in der Nivolistraße ein etwasechzehnjähriger, bleich und verschmitzt aussehender Bursche inden Weg, der eine schlechte Zigarette raucht und von ihmFeuer verlangt. Des Esseintes schenkt ihm eine duftige türkischeZigarette, fragt ihn aus und erführt, daß er seine Mutter ver-loren hat, von seinem Vater geprügelt wird und bei einemPappschachtel-Macher in der Arbeit ist. „Des Esseintes wurdenachdenklich. Komm trinken, sagte er. Er führte ihn in einCafe und ließ ihm heftige Pünsche vorsetzen. Das Kind trankwortlos. Sag mal, rief des Esseintes plötzlich, willst du dichheute unterhalten? Ich halte dich frei." Und er führt denUnglücklichen in ein Freudenhaus, wo seine Jugend und Ver-wirrung die Dirnen verwundert. Während der Knabe voneinem der Frauenzimmer weggeschlcppt wird, fragt die Wirthindes Esseintes, was ihm denn eingefallen sei, diesen Knaben zuihr zu führen. Der Decadcnt antwortet (S. 95): „Ich sucheeinfach einen Mörder anzufertigen. Dieser Bursche war bisherrein und hat das Alter erreicht, in welchem das Blut zu wallenbeginnt. Er könnte den Mädchen seiner Nachbarschaft nach-laufen und sich zwar unterhalten, aber ehrlich bleiben. . .Indem ich ihn dagegen hierher führe, in einen Luxus, vondem er nie eine Ahnung gehabt hat und der sich ihm unbe-dingt ins Gedächtniß graben wird, indem ich ihm dieses Glückalle vierzehn Tage biete, wird er sich an die Genüsse gewöhnen,zu denen er nicht die Mittel besitzt. Nehmen wir an, es wirddrei Monate dauern, bis sie ihm durchaus unentbehrlich ge-worden sind; . . . nun denn: nach diesen drei Monaten unter-drücke ich die kleine Rente, die ich dir jetzt für das gute Werk