III. Decadcntcn und Aestheten.
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Chios-Raki und Mastik aus die Muudhaut mit voller Faustge-walt gehauenen Donnerschläge der Zymbeln und Pauken rollten."So spielt er „Streichquartette unter seiner Gaumenwölbung; alterFranzbranntwein, rauchig und fein, scharf und zart, stellte dieerste Geige dar; der kräftigere, schnarchendere, dumpfere Rumwar die Altgeige;" der Vespetro das Violoncello, der Bitterder Kontrabaß; grüne Chartreuse war die Dur-, Benediktinedie Moll-Tonart n. s. w. (S. 63.)
Des Esscintes hört nicht nur die Musik der Schnäpse, erschnüffelt auch die Farbe der Düfte. Wie er eine Mund-Orgelhat, so besitzt er eine Nasen-Gemäldegalerie, nämlich eine großeSammlung von Flaschen mit allen möglichen Riechstoffen.Wenn er an seinen Schmeck-Symphonien keine Freude mehrhat, spielt er sich ein Riech-Tonstück vor. „Er saß vor seinemTische in seinem Kabinet. . . Ein leichtes Fieber schüttelteihn, er war zur Arbeit bereit; . . . mit seinen Sprühfläschchensprengte er eine Essenz aus Ambrosia, Lavendel und Niecherbscn;das gab das Bild einer Wiese; in diese Wiese führte er einegenaue Verschmelzung von Tuberosen, Orangen- und Mandel-blüthen ein und sofort ersprossen künstliche Hollunderblüthen,mährend Linden sich fächelten und ihre bleichen Aushauchungenauf den Boden sinken ließen. . . In diese Dekoration, die inihren großen Linien hingemalt war, . . . blies er einen leichtenRegen von Menschen- und beinahe Katzen-Düften, die nachUnterröcken rochen und die gepuderte und geschminkte Frau an-kündigten: Stephanotis, Ayapana, Opoponax, Zypern, Sham-paka, Sarcanthus; darauf setzte er eine Ahnung Seringa, umdiesem künstlichen Leben der Schminke eine natürliche Blüthevon schweißgebadctem Lächeln (!!) und von Freuden, die imvollen Sonnenbrand nmhertollen, hinzuzufügen." (S. 156.)
Wir haben gesehen, wie sklavisch Huysmans in seinen Fase-leien über den Thee, die Schnäpse und Düfte die parnassischeGrundregel befolgt, Fachwörterbücher zu plündern. Er hat nn-