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Die Jch-Sucht.
»erkennbar die Waarcnverzcichnisse von Handlungsreisenden inParfümerie und Seife, in Thce und in Likören abschreibenmüssen, um seine Preislisten-Gelehrsamkeit zusammenzukratzen.
Daß des Esseintes bei seiner Lebensweise krank wird, kannnicht Wunder nehmen. Sein Magen weist jede Nahrung zu-rück und gerade dies ermöglicht ihm den höchsten Triumph seinerLiebe zum Künstlichen: er muß nämlich mit Pepton-Nlysmengenährt werden, also in einer Weise, welche der natürlichengenau entgegengesetzt ist.
An vielen Einzelheiten muß ich Vorbeigehen, weil ich nichtzu breit werden will; z. B. an einer endlosen Schilderung derTöne, die er aus den Farben heraushört (S. 20); an einerBeschreibung von Orchideen, die er liebt, weil sie ihn anblutige und eiternde Wunden, an Aussatz, an Pusteln, an Ge-schwüre u. dgl. erinnern (S. 119 ff.); an einer Darstellungder Mystik der Edelsteine und Halbedelsteine (S. 57ff.) u. s. w.Wir wollen nur noch einige weitere Geschmacks-Eigenthümlich-keiten des Musterdecadenten kennen lernen.
„Das wilde Uebersprndeln, das herbe, unsinnige TalentGoyas fesselte ihn; aber die allgemeine Bewunderung, welcheseine Werke erworben hatten, brachte ihn von diesen etwas abund seit Jahren hatte er darauf verzichtet, sie einrahmen zulassen. . . Wie die schönste Weise der Welt gemein und un-erträglich wird, wenn das Publikum sie trällert und die Dreh-orgeln sich ihrer bemächtigen, so wird auch das Kunstwerk, dasden falschen Künstlern nicht gleichgiltig bleibt, das von denThoren nicht bestritten wird, das sich nicht damit begnügt, dieBegeisterung einiger Weniger zu erwecken, gerade hierdurchfür die Eingeweihten besudelt, alltäglich, fast abstoßend."(S. 134.)
Der Hinweis auf die Drehorgel ist ein Kniff, um denunaufmerksameu Leser irre zn machen. Wenn eine schöne Weiseunleidlich wird, so wie die Drehorgeln sie hcrunterleiern, so ist