Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
Seite
91
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III. Decadenten und Aestheten.

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er, etwas widerspruchsvoll, die Form eines Frauenleibes läßtund die man nur durch eine Schraube entsprechend zu stellenbraucht, um von ihr Alles zu erhalten, was man eben wünscht:Liebe, Launen, Untreue, Hingebung, jede Verderbtheit, jedesLaster. Das ist in der That noch künstlicher als BaudelairesBlech- und Glaslandschaft!

Lehrreicher als all diese Nachahmer, die nur die eine oderdie andere Seite Baudelaires ausgestalteten, ist ein spätererJünger, I. K. Huysmans, der sich der mühseligen Arbeitunterzogen hat, aus allen Einzelzügeu, welche sich in Baude-laires Gedichten und Prosaschriften zerstreut finden, eine Menschen-gestalt zusammenzufügen und uns den Baudelairismus verkörpertund lebendig, denkend und handelnd vorzusühren. Das Buch,in welchem er uns seinen Muster-Decadenten" zeigt, heißtI. L.odour8ftGegen den Strich".

Das WortDecadenten" ist zuerst in den Fünfziger-Jahrenvon französischen Kritikern zur Bezeichnung der Eigenart vonGautier und namentlich Baudelaire aus der Geschichte desuntergehenden römischen Reiches hervorgesucht worden und heutenehmen die Schüler dieser beiden und ihrer älteren Nachahmeres als Ehrentitel für sich in Anspruch. Anders wie bei denAusdrückenPräraphaeliten" undSymbolisten" besitzen wireine genaue Erklärung des Sinnes, den diejenigen, die vonDecadenz" undDecadenten" sprechen, mit diesen Wortenverbinden.

Der Stil des Verfalls (cteouäöumft," sagt Gautier,ftistnichts Anderes als die zu jenem Punkt äußerster Reife gelangteKunst, welche die alternden Gesittungen mit ihren schrägenSonnen (!) Hervorbringen: ein geschickter, verwickelter, gelehrterStil, voll Abstufungen und Gesuchtheiten, der die Grenzen derSprache immer weiter hinausrückt, der bei allen Fachwörter-

st ltms tlsurs du mal, S. 17 und 18.