Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
Seite
89
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III. Decadenten und Aestheten.

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schufen eine Dichtung des Teufelsdienstes, die an die verrückte-sten Aussagen mittelalterlicher Hexen bei der peinlichen Frageerinnert. Besonders Barbey ist hierin wohl bis an die Grenzedes Denkbaren gegangen. Sein Buch1^6 prtztrs muris",Der verheiratete Priester", könnte von einem Zeitgenossen derHexenverbrenner geschrieben sein; es wird aber noch übertroffenvon1^68 OinboliquW",Die Teuflischen", einer Sammlungwahnwitziger Geschichten, in denen Männer und Weiber sich inder scheußlichsten Unzucht wälzen und dabei fortwährend denTeufel anrufen, ihn preisen und ihm dienen. Alles, was indiesen Rasereien Erfindung ist, hat Barbey mit größter Unver-schämtheit aus den Büchern des Marquis de Sade gestohlen;ihm gehört blos der katholisch-theologische Zuschnitt, den erseinen Verruchtheiten gibt. Wenn ich über die hier erwähntenBücher nur in allgemeinen Ausdrücken spreche, ohne aus sieeinzugeheu, ihren Inhalt zu erzählen und bezeichnende Stellenaus ihnen anzuführen, so ist es, weil das Hinabtauchen indiesen Unrath zu meiner Beweisführung nicht nöthig ist undes genügt, wenn ich von Weitem mit dem Finger auf denMorast Hinweise, der für die Wirkung Baudelaires auf seineZeitgenossen zeugt.

Barbey, der Nachahmer Baudelaires, hat selbst einen Nach-ahmer in Josephin Peladan gefunden, dessen erster RomanViee kmprtzms",Äußerstes Laster", einen herorragenden Platzim Schriftthum des Diabolismus einnimmt. Pöladan, der sichdamals noch nicht zur Würde eines assyrischen Großkönigs be-fördert hatte, gibt in diesem Buch eine Umschreibung dessen,was ihm dasäußerste Laster" scheint*):Man leugne Satan,die Zauberei hat trotzdem noch immer ihre Zauberer; . . .höhere Geister, die keine Folianten brauchen, da ihr Denkeneine von der Hölle für die Hölle geschriebene Seite ist. Statt

y Josephin Psladan, Vies Luprßins. Paris, 1882. S. 169.