Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
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Die Jch-Sucht.

auf eins neugierig:Der bösartige Mensch, dessen Lüste dulebend trotz so vieler Liebe nicht sättigen konntest, hat er andeinem leblosen und willfährigen Fleische die Ungeheuerlichkeitseiner Begierde gestillt? . .Verdammte Frauen", dasvon der schlimmsten Verirrung entarteter Weiber handelt, schließtmit dieser verzückten Anrufung der Heldinen des widernatür-lichen Lasters:O Jungfrauen, o Dämonen, o Ungeheuer,o Märtyrerinen, große Geister, Verächterinen der Wirklichkeit,Sucherinen des Unendlichen, Fromme und Satyren, bald vollerSchreie, bald voller Thränen, ihr, die meine Seele in eureHölle verfolgt hat, arme Schwestern, ich liebe euch ebenso heiß,wie ich euch beklage. . (Vorrede":)Wenn Schändung,Gift, Dolch und Brandstiftung das banale Tuch unserer er-bärmlichen Schicksale noch nicht mit ihren hübschen Zeichnungengestickt haben, so ist es, weil unsere Seele leider nicht kühngenug ist." Aber wenn er nicht kühn genug ist, um selbstVerbrechen zu begehen, so läßt er doch keinen Zweifel daranbestehen, daß er sie liebt und der Tugend weit vorzieht, wieihm auch der Herbst lieber ist als der Frühling und eine kothigeStraße lieber als eine blühende Wiese (Nebel und Regen").Er ist gegen das Weltallmehr feindselig als gleichgiltig"(Die sieben Greise"). Das Schauspiel des Schmerzes läßtihn kalt und wenn vor ihm Thränen vergossen werden, sodenkt er nur an eine Landschaft mit fließendem Wasser. (Wasliegt mir daran, daß du tugendhaft bist? Sei du nur schönund traurig. Die Thränen verleihen deinem Gesichte einenReiz mehr, wie der Fluß einer Landschaft."Trauriges Ma-drigal".) Im Streite zwischen Abel und Kain nimmt er ohnezu schwanken für Kain Partei:Geschlecht Abels, schlafe, trinkeund esse; dir lächelt Gott wohlgefällig. Geschlecht Kains, imKothe krieche und stirb elend. Geschlecht Abels, dein Opferschmeichelt der Nase des Seraphs; Geschlecht Kains, wird deineQual nie ein Ende nehmen? Geschlecht Abels, sieh deine