Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
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Die Jch-Sucht.

eine tiefe Grube graben, wo er bequem seine alten Knochenausstrecken und in der Vergessenheit schlafen kann wie einHaifisch im Wasser. .Ehe ich eine Thräne von der Welterbettle, möchte ich lieber die Raben einladen, alle Endenmeines scheußlichen Aases anzuzapfen. O Würmer, schwarzeGenossen ohne Ohren und Augen, kommt und seht einenfreien und fröhlichen Todten zu euch kommen. . ." InImeloods teles^ (Die geborstene Glocke") sagt er von sich:Meine Seele ist geborsten und wenn sie in ihrer Langweiledie kalte Luft der Nächte mit ihren Gesängen bevölkern will,kommt es oft vor, daß ihre geschwächte Stimme das dicke (!)Gerüche! eines Verwundeten scheint, welchen man am Randeeines Sees von Blut unter einem großen Haufen Todter ver-gißt." (KplssrE:)Mein trauriges Gehirn ist eine unge-heure Gruft, die mehr Todte enthält als das Armengrab. Ichbin ein vom Mond verabscheuter Kirchhof, wo lange Würmersich wie Gewissensbisse fortschleppen." (Anziehendes Grauen":)Himmel, zerrissen wie Strände, in euch spiegelt sich meinStolz. Eure ungeheueren Wolken in Trauer sind die Leichen-wagen meiner Träume und eure Lichter sind der Widerscheinder Hölle, in der mein Herz sich gefällt." (RomantischerSonnenuntergang":)Ein Grabesduft schwimmt in der Finster-niß, mein furchtsamer Fuß streift am Rande des Morastesunvermuthete Kröten und kalte Nacktschnecken." (Todtentanz",der Dichter spricht zu einem Skelett:)Manche werden dichein Zerrbild nennen; trunkene Liebhaber des Fleisches, verstehensie nicht die unsagbare Eleganz des menschlichen Knochengerüstes;du entsprichst, großes Skelett, meinem köstlichsten Geschmacke!"(Ein Aas":)Erinnern Sie sich, meine Seele, des Gegen-standes, den wir eines schönen Sommermorgens an der Wendeeines Pfades gesehen haben: ein gräßliches Aas auf einemKieselbette; die Beine in der Luft, wie ein geiles Weib,brennend und Gifte schwitzend, öffnete es frech und unbe-