Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
Seite
75
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II. Parnasster und Diaboliker.

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Die Eigentümlichkeiten seines Geistes enthüllen sich unsin der Sammlung seiner Gedichte, der er den seine Selbst-erkenntniß und zugleich seinen Cynismus verrathenden TitelIm8 Ü6nr8 cin mul",Die Blüthkn des Bösen", gegeben hat.Die Sammlung ist nicht vollständig. Es fehlen in ihr einigeGedichte, die mir handschriftlich umlaufen, weil sie zu scheuß-lich sind, um die volle Oefsentlichkeit des marktgängigen Bucheszu vertragen. Ich will aber meine Anführungen blos aus dengedruckten Versen schöpfen, da sie vollkommen genügen, umihren Verfasser zu kennzeichnen.

Baudelaire haßt das Leben nnd die Bewegung. In demGedichteDie Eulen" (Im8 kikoux") schildert er diese Vögel,wie sie unbeweglich dasitzen, und fährt fort:Ihre Haltunglehrt den Weisen, daß er in dieser Welt das Getümmel unddie Bewegung zu scheuen hat. Der Mensch, trunken voneinem vorüberziehenden Schatten, empfängt immer die Züch-tigung dafür, duß er den Platz wechseln wollte." Die Schön-heit läßt er von sich sagen (Im kennte"):Ich hasse dieBewegung, welche die Linien stört. Und niemals weine undniemals lache ich." In demselben Maße, wie er das Natür-liche verabscheut, liebt er das Künstliche. Sein Ideal einerWelt schildert er so (keve pnrwieu"):Das unbestimmte undferne Bild dieser schrecklichen Landschaft, die nie ein sterblichesAuge gesehen, entzückte mich heute früh. . . Ich hatte ausdiesem Schauspiele die unregelmäßige Pflanze verbannt. . . Ichgenoß in meinem Gemälde die berauschende (!) Einförmigkeitdes Metalls, des Marmors und des Wassers. Ein Babel vonTreppen und Bogengängen, war es ein ungeheurer Palast, vollvon Becken und Springbrunnen, die in mattes oder geglättetesGold fielen. Schwere Wasserfälle hingen blendend wie Kristall-vorhänge an metallenen Mauern. Die schlummernden Teichewaren nicht von Bäumen, sondern von Säulen umgeben undungeheure Najaden spiegelten sich in ihnen wie Frauen. Wasser-