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Die Jch-Sucht.
sie wollten für jeden ihrer Nahmen einen goldenen Nagel."(Ein bemerkenswerth schlechtes Bild. Man mag für ein Ge-mälde einen reichen Nahmen wünschen, aber beim Nagel, andem der Rahmen hängt, wird man wohl nur auf Festigkeit,nicht auf Kostbarkeit sehen.) „Sie waren Kinder, wenn Siewollen, aber Kinder der Musen, die niemals der gewöhnlichenAnmuth opferten."
Halten wir dieses Geständniß fest: die Romantiker warenKinder; sie waren es in ihrer Unfähigkeit, die Welt und dieMenschen zu begreifen, in dem Ernst und Eifer, mit dem sieihrer Reimspielerei oblagen, in der Harmlosigkeit, mit der siesich über die für Erwachsene geltenden Vorschriften der Sitt-lichkeit und des Verstandes hinwegsetzten. Man übertreibe dieseKinderei ein wenig, ohne ihr die wilde und ungeheuerlicheEinbildungskraft eines Victor Hugo und seine Gabe der stetsdie verblüffendsten Gegensätze heranfbeschwörenden blitzschnellenJdeen-Assoziation beizugesellen, und man erhält das schrift-stellerische Charakterbild von Thöophile Gautier, den derschwachsinnige Barbey d'Aurevillyst mit Goethe in einemAthem nennen konnte, offenbar blos, weil der Klang desNamens unseres großen Dichters in französischer Aussprachemit dem von „Gautier" eine gewisse Aehnlichkeit hat, vondem aber einer seiner Bewunderer, I. K. Huysmans^) sagt:„Er" (der Held seines Romans) „wurde allmälig gegen Gau-tiers Werke gleichgiltig; seine Bewunderung für den unver-gleichlichen Maler, der dieser Mann war, löste sich von Tagzu Tag mehr aus; jetzt war er von seinen so zu sagen gleich-giltigen Beschreibungen mehr erstaunt als entzückt. Der Ein-druck der Dinge blieb in seinem so wahrnehmungsfähigenAuge haften, aber auch nur im Auge, und war nicht weiter
') Barbey d'Aursvilly, Oostbs st Oiäsrot. Paris, 1882.
I. K. Huysmans, ^ rsdours. mills. Paris, 1892
S. 251.