n. Parnasster und Diabolikcr.
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oder Erschöpfung durch Krankheit stumpf wird, also in den Zu-stand geräth, der beim Entarteten der dauernde ist. Dannzeigt er natürlich dieselben Erscheinungen, die wir bei diesemfestgestellt haben, allerdings in viel kleinerem Maße. Er magdann an Verbrechen und Häßlichkeit Gefallen finden, und zwaran jenem früher als an dieser; denn Verbrechen sind gesell-schaftliche Schädlichkeiten, Häßlichkeiten dagegen die Erscheinungs-form von Kräften, die dem Einzelwesen unzuträglich sind; diegesellschaftlichen Triebe sind aber schwächer als die der Selbst-erhaltung, sie schlafen daher früher ein und darum schwindetder Widerwillen gegen das Verbrechen früher als gegen dasHäßliche. Jedenfalls ist dieser Zustand auch beim normalenMenschen eine Verirrung, die auf Ermüdung zurückzuführen ist,und nicht ein solcher, der bei ihm, wie beim Entarteten, immerbesteht und den verborgenen Grundzng seines Wesens ausmacht,wie seine sophistischen Verleumder behaupten.
Von den französischen Romantikern zu den Parnassiernführt eine ununterbrochene Entwickelungslinie und in jenensind bereits alle Keime der Verirrungen zu unterscheiden, dieuns bei diesen in voller Entfaltung entgegentreten. Wir habenim vorigen Buche gesehen, wie äußerlich und gedankenarm ihreDichtung ist, wie hoch sie ihre Einbildungskraft über dieBeobachtung der Wirklichkeit stellten und welche Bedeutung sieihrer Traumwelt beimaßen. Sainte-Beuve, der ursprünglichselbst zu ihnen gehörte, sagt hierüber mit einer Selbstgefällig-keit, welche beweist, daß er sich nicht bewußt ist, einen Tadelauszusprechen st: „Sie" (die Romantiker) „hatten einen Ge-danken, einen Gottesdienst: die Liebe zur Kunst, die leiden-schaftliche Begierde nach einem lebhaften Ausdrucke, einer neuenWendung, einem auserlesenen Bilde, einem prächtigen Reime;
') Sainte-Bcuve, Osossriss äo Imocli. ?oris, 0 I 102 Ooroisrkrsrss. loms XIV. Cciuserie vom 12. Oktober 1857.