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2 (1893)
Entstehung
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II. Parnassier und Diaboliler.

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des Organismus hat bestimmte Bedürfnisse, die sich als be-wußter oder unbewußter Drang, als Neigung oder Begierdegeltend machen; die Befriedigung dieser Bedürfnisse wird alsWohlbehagen empfunden, das sich bis zum Wonnegefühl steigernkann. Das erste aller Bedürfnisse eines jeden Organs ist, sichzu bethätigen. Schon seine bloße Thätigkeit ist, so lange sienicht über sein Vermögen geht, für es eine Quelle der Lust.Die Thätigkeit der Hirnzentren besteht darin, Eindrücke zuempfangen und sie in Vorstellungen und Bewegungen umzu-setzen. Diese Thätigkeit gibt ihnen Lustgefühle. Sie habendeshalb einen starken Drang danach, Eindrücke zu empfangen,um durch sie in Thätigkeit versetzt zu werden und Lustgefühlezu erlangen.

Dies ist in großen Zügen die Naturgeschichte der Lust-und Unlustgefühle. Mit ihr vertraut, wird der Leser keineSchwierigkeit finden, das Wesen der Verirrung zu verstehen.

Das Unbewußte untersteht ganz denselben biologischen Ge-setzen wie das Bewußte. Der Träger des Unbewußten ist jadasselbe Nervengewebe, obschon vielleicht ein anderer Theildes Systems, in welchem auch das Bewußtsein ausgearbeitetwird. Das Unbewußte ist ebensowenig unfehlbar wie das Be-wußtsein. Es kann höher entwickelt oder in der Entwickelungzurückgeblieben, es kann dümmer oder klüger sein. Ist das Un-bewußte mangelhaft entwickelt, so unterscheidet es schlecht undurtheilt falsch, es irrt in der Erkenntniß des Schädlichen undZuträglichen, der Trieb wird unzuverlässig oder stumpf. Dannhaben wir die Erscheinung der Gleichgiltigkeit gegen das Häß-liche, Ekelhafte, Unsittliche.

Wir wissen, daß bei den Entarteten mannigfaltige Bildungs-hemmungen und Mißbildungen auftreten. Einzelne Organe oderganze Organsysteme bleiben auf einer Stufe der Entwickelungstehen, die der Kindheit, ja dem Leben im Mutterleibe entspricht.Wenn die höchsten Hirnzentren des Entarteten in ihrer Ent-