II. Parnasster und Diaboliker.
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thut für die leidende Einzelzelle das, was sie allein nicht thunkann: er entzieht sie der abstoßenden Einwirkung. Der Orga-nismus erlangt nothwendig Erfahrung in seiner Abwehr derSchädlichkeiten. Er lernt die Verhältnisse kennen, unter welchendiese anftreten, und läßt es nicht mehr auf wirkliche chemo-taktische Einwirkung ankommen, sondern weicht meistens denstörenden Stoffen aus, noch ehe sie eine thatsüchliche, unmittel-bare Abstoßung haben üben können. Die vom Einzelwesenerworbene Erkenntniß wird vererbt und ein organisirter Besitzder Gattung, die Mahnung, daß eine Schädlichkeit auf ihnwirkt und er sich ihr zu entziehen habe, empfindet der Organis-mus subjektiv als Unbehagen, das sich bis zum Schmerze steigernkann. Dem Schmerze zu entgehen wird zu einer Hauptver-richtung des Organismus, deren unvollkommene Besorgung oderUnterlassung er mit seinem Untergange büßt.
Beim Menschen sind die Vorgänge nicht anders, als siehier geschildert wurden. Die organisirte Erberfahrung derGattung belehrt ihn über die Schädlichkeit der Einwirkungen,denen er häufig ansgesetzt ist. Seine Vorposten gegen diefeindlichen Naturkräfte sind seine Sinne. Geschmack und Ge-ruch geben ihm von chemotaktisch abstoßenden Stoffen den Ein-druck von Ekel und Gestank, die verschiedenen Arten von Haut-empfindung bringen ihm durch Schmerz, Hitze- oder Kältegefühlzum Bewußtsein, daß eine gegebene Berührung für ihn störendist, Auge und Ohr warnen ihn durch die Empfindung desGrellen, des Gellenden, des Mißklanges vor den mechanischenWirkungen gewisser physikalischer Erscheinungen und die höherenHirnzentren antworten auf erkannte Schädlichkeiten zusammen-gesetzter Art oder auf ihre Vorstellung mit der ebenfalls zu-sammengesetzten Gegenwirkung der Unlust in ihren verschiedenenHeftigkeitsgraden vom bloßen Unbehagen bis zum Abscheu, zur-Entrüstung, zum Entsetzen oder zur Wuth.
Der Träger der organisirten, erblichen Gattungserfahrung