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Die Jch-Sucht.
Die geistige Untüchtigkeit, die Paulhan hier verräth, ist nmsobefremdlicher, als er wenige Seiten vor dieser Stelle der rich-tigen Lösung des Räthsels ganz nahe gekommen ist. „Es gibtkrankhafte Zustände," heißt es dort, „in welchen die Begierdensich verirren; der Kranke verschlingt mit Heißhunger Kohle,Erde, noch Schlimmeres. Es . gibt andere, in welchen anirgend einer Stelle der Wille verdorben und der Charakter zer-rüttet ist. Die Heilkunde liefert überraschende Beispiele dieserArt. Der Fall des Marquis de Sade ist einer der bezeichnend-sten. . . Man empfindet manchmal einen Genuß bei demUebel, das man selbst erleidet, ebenso wie bei dem der Anderen.Die Gefühle der Wollust des Schmerzes und der Wollust desMitleids, mit denen die Psychologie sich beschäftigt hat, scheinenmanchmal eine wahre Verirrung in sich zu schließen und alsBestandtheil die Liebe zum Schmerz um des Schmerzes selbstwillen zu enthalten. . . Ost hat man es mit Leuten zu thun,die zunächst ihr eigenes Wohl, dann aber das Wehe der Anderenwollen. Beide Seelenzustände sind in vielen Fällen von Schlech-tigkeit sichtbar, z. B. in dem Fall eines reichen Fabrikanten, dereinen jungen Mann auf Freiersfüßen fälschlich beschuldigt, aneiner ansteckenden Krankheit zu leiden, und seine Behauptung,um des Vergnügens willeill aufrecht hält, . . . oder jenesjungen Strolchs, der die Wonne des Diebstahls so stark ge-nießt, daß er ausruft: ,Selbst wenn ich reich wäre, möchte ichimmer stehlenll Der Anblick körperlicher Leiden ist auch nichtimmer unangenehm, viele Leute suchen ihn. . . Diese Ver-derblich kommt wahrscheinlich zu allen Zeiten und in allenLändern vor. . . Aber im Geist eines Menschen unserer eigenenZeit erwacht eine gewisse Freude daran, die Ordnung der Naturzu stören, die früher nicht mit solcher Stärke ausgetreten zusein scheint. Es ist eine der tausend Formen des Beschränkt-seins auf sich selbst, das unsere vorgeschrittene Gesittung kenn-zeichnet." Hier berührt Paulhan den Kernpunkt der Frage,