II. Pcirnassicr und Diaboliker.
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Thurm", in welchem nach dem Worte eines von ihnen derDichter haust und sich von dem gleichmütigen Menschengewühlstolz absondert, ist ein schöner Name, den er seiner Stumpfheitfür das Sein und Thun der Mitmenschen beilegt. Der wohl-thuend geistesklare Kritiker F. Brunetiere hat das sehr gut ge-sehen. „Eine der schlimmsten Folgen", schreibt er,^) „welchesie" (die Theorien der Parnassier, insbesondere Baudelaires)„nach sich ziehen können, ist, die Kunst und mit ihr denKünstler zu vereinsamen, aus diesem ein Götzenbild für ihnselbst zu machen und ihn gleichsam ins Heiligthum seinesJchs einzuschließcn. In seinem Werke ist dann nur noch vonihm die Rede, — von seinen Kümmernissen und Freuden,seiner Liebe und seinen Träumen, — und um sich in der Rich-tung seiner Fähigkeiten zu entwickeln, kennt er nichts mehr,was er achtet oder verschont, und sieht er nichts mehr, was ernicht sich unterordnet. (Dies ist, nebenbei bemerkt, die wahreUmschreibung der Unsittlichkeit.) Sich selbst zum Mittelpunktder Dinge zu machen ist in philosophischem Sinne eine ebensokindische Selbsttäuschung, wie im Menschen den ,König derSchöpfung* oder in der Erde das, was die Alten den ,Nabelder Welt* nannten, zu sehen. In rein menschlicher Hinsicht istes die Verherrlichung der Selbstsucht, folglich die völligeLeugnung der menschlichen Zusammengehörigkeit."
Brunetiere bemerkt also die Jch-Sucht der Parnassier undstellt deren gesellschaftfeindliches Wesen, deren Unsittlichkeit fest,er hält aber ihren Standpunkt für einen freiwillig gewählten.Das ist sein einziger Jrrthum. Sie sind nicht ichsüchtig ausWillkür, sondern weil sie es sein müssen und nicht anders seinkönnen. Ihre Jch-Sucht ist keine Philosophie oder Sitten-lehre, sondern ihre Krankheit.
U F. Brunotiure, Status <Is Lauäslaii's. Rsvus äss äsuxmouclss, Band 113, S. 221.