II. Parnassier und Diaboliker.
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zige Mittel, um gut zu reimen. . . Die Unmöglichkeit, einfachzu bleiben, wenn man reiche Reime sucht, zieht einen gewissenMangel an Aufrichtigkeit nach sich. Die Frische und Unmittel-barkeit des Gefühls verschwinden beim allzu vollkommenenWortkünstler; er verliert die Achtung vor dem Gedanken selbst,welche' die erste Eigenschaft des Schriftstellers sein muß." *)
Wo Guyan einen Jrrthum begeht, das ist dort, wo ersagt, daß die Pflege des Reimes um des Reimes willen „in dasGehirn des Dichters selbst eine Art Unordnung und dauerndenWust einführt." Das Umgekehrte ist die Wahrheit. Der„dauernde Wust" und die „Unordnung" im Gehirn des Dichterssind das Vorbestehende, die übermäßige Betonung des Reimesist nur die Folge dieses Geisteszustandes. Wir haben hierwieder eine Erscheinungsform des uns wohlbekannten Unver-mögens zur Aufmerksamkeit vor uns, das dem Entarteteneigenthümlich ist. Den Lauf seiner Gedanken bestimmt nichteine Mittelpunkt-Vorstellung, um welche der Wille alle anderenVorstellungen gruppirt, indem er mit Hilfe der Aufmerksamkeitdie einen unterdrückt und die anderen verstärkt, sondern dievollkommen mechanische Jdeen-Asfoziation, die in dem Falledes Parnassiers der ähnliche oder gleiche Wortklang erweckt.Sein Dichten ist reine Echolalie.
Die parnassische Theorie von der Wichtigkeit der Form,namentlich des Reimes, für das Gedicht, von dem eigenenSchönheitswerthe des Wortklanges, von dem sinnlichen Ver-gnügen, das wohltönende Silben ohne Rücksicht auf ihren
>) Vergl. damit Tolstois Anschauungen: „Er ist ein heftiger Gegneraller gereimten Dichtung. Der Rhythmus, der Reim binde den Ge-danken, und Alles, was der entsprechendsten Formung der Idee ent-gegenstehe, sei vom Ucbcl. . . Der Graf . . . hält es für einen Fort-schritt, daß unsere Schätzung der Vcrsdichtung eine geringere ist."Raphael Löwenfeld, Gespräche über und mit Tolstoj. Berlin, 1891.S. 77.
Nord au. Entartung. II.
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